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Alltag & Umwelt Das Herz schlägt wieder ruhiger – dank der Winterzeit

Am 29. Oktober ist es wieder so weit: Die Uhren werden um eine Stunde zurückgestellt. Für viele ein Grund zum Feiern, denn sie «gewinnen» eine Stunde. Und genau diese eine Stunde mehr kommt den meisten entgegen.

Legende: Video Winterzeit – Stress und Entlastung für die innere Uhr abspielen. Laufzeit 04:19 Minuten.
Aus Puls vom 23.10.2017.

Ab nächstem Sonntag beginnen die Tage gemächlicher: Aus der Sommerzeit wird Winterzeit, die Uhren werden um eine Stunde zurückgestellt. Diese eine Stunde hat es in sich: Weniger Herzinfarkte und Unfälle zeichnen sich in der ersten Woche, hauptsächlich am Montag nach der Umstellung ab. Der Grund dafür ist unsere innere Uhr, denn die meisten von uns ticken schlichtweg zu langsam. Zudem gibt es unter uns mehr Eulen als Lerchen.

Diese Zeitumstellung fällt uns leichter, da die innere Uhr der meisten Menschen mehr als 24 Stunden hat. Heisst: Lässt man sie in einem Schlaflabor ohne Einfluss von hell und dunkel und ohne Zeitangaben leben, kommt diese innere Uhr zum Vorschein – sie erreicht sogar fast 25 Stunden. Wir kennen dieses biologische Bedürfnis nach späterem Tagesbeginn vom Wochenende, wenn man aufstehen darf, wann man will und nicht, wann der Wecker es vorgibt.

Der Stunden-Raub der Sommerzeit

Anders ist das bei der Umstellung auf die Sommerzeit. Da wird den meisten eine Stunde «geklaut». Diejenigen, deren biologischer Tag 25 Stunden dauert, müssen dann mit nur 23 Stunden auskommen. Die Ausschüttung des Schlafhormons Melatonin hat sich noch nicht umgestellt. Der Glukokortikoidspiegel ist noch niedrig. Der Blutdruck und die Pulsfrequenz sind noch im Dunkel-Rhythmus. Es fehlt die eine Stunde Schlaf. Daher ist man müde, unkonzentriert und fühlt sich schlapp. Abends dagegen fühlen sich die meisten auch um 23 Uhr noch fit, denn die innere Uhr weiss genau: Es ist erst 22 Uhr.

Die innere Uhr liegt direkt hinter den Augen. Folgt man dem Sehnerv, landet man im Nucleus suprachismaticus. Es ist unser inneres Uhrwerk, die ultimative «Master-Clock». Sie gibt den Takt vor für alle Organe. Denn in ihnen tickt sozusagen in jeder Zelle eine «Mini-Uhr». Und die «Master-Clock» ist der Dirigent. Kommen die Uhren aus dem Gleichgewicht, beispielsweise durch lange Schichtarbeit, kommt es zu Schlafstörungen und anderen Krankheiten.

Kleine Jetlags sind normal

Schon kleine Schwankungen im biologischen Rhythmus können Auswirkungen auf den Schlaf-Wach-Rhythmus und auf die Gesundheit haben, bis sich der Körper an die Veränderungen angepasst hat. Eine solche Anpassungsphase dauert mehrere Tage. Die benötigte Zeit ist aber individuell unterschiedlich. Der eine braucht vier Tage, der andere im seltenen Fall 14 Tage. Ein langfristig gesundheitsschädigender Effekt durch die Zeitumstellung im Frühjahr von der normalen mitteleuropäischen Zeit (MEZ) auf die mitteleuropäische Sommerzeit (MESZ) und im Herbst zurück auf die MEZ, also Winterzeit, konnte bisher nicht nachgewiesen werden und wird von Wissenschaftlern als unwahrscheinlich angesehen.

Lerchen und Eulen

«Eulen» sind chronobiologische «Spättypen», deren innere Uhr dem konventionellen Tagesablauf etwas hinterherhinkt. Diese Morgenmuffel und Spät-ins-Bett-Geher gehören daher zu den Nutzniessern des herbstlichen Stunden-Geschenks. Etwa 20 Prozent der Bevölkerung sind Eulen, «Lerchen» dagegebn gibt es gerade mal zehn Prozent.

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