Dem Speck an den Kragen, oder: Ab zur Bikinifigur

Nach den Festtagen sollen die angefutterten Kilos schnell und möglichst ohne Aufwand wieder purzeln. Auf dem Markt gibt es unzählige Diäten. Doch die meisten davon versprechen mehr als sie halten. Das beste Rezept: Gesunde, ausgewogene Ernährung und Sport.

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Dem Speck an den Kragen, oder: Ab zur Bikinifigur

13 min, aus Puls vom 9.1.2012

Ob es nur ein paar Kilo zu viel sind oder doch mehr als zehn: Auf eigene Faust abnehmen oder sogar eine Diät halten sollten nur Personen, die gesund sind, einen BMI zwischen 21 und 30 aufweisen, nicht schwanger sind und mindestens 16 Jahre alt sind (jünger nur gemeinsam mit Eltern und Arzt).

Übergewicht hat mehr als einen Grund

Bislang konnte die Forschung noch nicht alle Fragen zu Übergewicht klären. Fest steht jedoch, dass viele verschiedene Faktoren bei der Entstehung von Übergewicht zusammenspielen.

  • Gene: Die Erbanlagen bestimmen in hohem Mass, ob jemand zu Übergewicht neigt oder nicht. In der Menschheitsgeschichte war das Speichern von Energiereserven früher unverzichtbar für das Überleben: Grosse Beute = grosse Mahlzeit. Gute «Futterverwerter» lagerten den Überschuss als Reserve für Notzeiten in Form von Fett ein und überbrückten damit Hungerperioden. Beim heutigen Überangebot an Nahrung ist der einstige Überlebensvorteil jedoch zu einem Nachteil geworden, da kaum noch Hungersnöte zu überstehen sind und die Reserve laufend weiter wächst.
  • Essen: Ein hoher Konsum von energiereichen Lebensmitteln (fettreiche Speisen, Fast Food, Fertiggerichte, zuckerreiche Softdrinks etc.) ist ein sicherer Weg zum Übergewicht.
  • Bewegungsmangel: Wir sind überwiegend sitzend tätig, und auch der Alltag bewegt uns immer weniger: Aufzüge, Auto/ÖV, Rolltreppen, Fernsehen, Computer halten uns davon ab, uns selber zu bewegen. Wenig Sport und geringe Aktivität im Alltag bedeuten aber auch einen geringeren Kalorienverbrauch, was je nach Kalorienzufuhr zu Übergewicht führt.

Diät ist nicht gleich Diät

Viele Diäten funktionieren - zunächst. Die meisten Diätpläne empfehlen unter dem Strich kalorienarme Produkte, und durch die reduzierte Kalorienaufnahme purzeln auch die Pfunde. Egal, ob dabei Kohlenhydrate von Eiweiss getrennt werden (Trennkost), hoher von niedrigem Glyx-Index unterschieden wird oder das eigene Blut gewisse Lebensmittel «verbietet».

Wissenschaftliche, unabhängige Studien zu den Diätformen, welche diese Theorien unterstützen, gibt es nicht. Hält man sich aber an den Diätplan, isst vollwertige Lebensmittel, streicht Alkohol und Süssgetränke und lässt den Burger stehen, nimmt man logischerweise ab. Ausgewogene Diäten haben auch durchaus ihren Vorteil: Personen, die nicht wissen, wie sie sich gesund ernähren können, haben mit den Diätregeln einen Anhaltspunkt.

Der anfängliche Abnehm-Erfolg hat jedoch seine Grenzen: Lässt sich die Diät nicht mit dem Alltag verbinden, fällt man in alte Muster zurück, und die Pfunde kehren wieder zurück – meist in Begleitung von ein paar Extra-Pfunden. Der gefürchtete «Jo-Jo-Effekt» schlägt zu.

Checkliste für Diätformen

Der Schlankheitsmarkt ist ein lukratives Geschäftsfeld, auf dem sich entsprechend viele Anbieter und Ansätze tummeln. So wirksam diese auch sein mögen, sind längst nicht alle gesund oder empfehlenswert. Die folgende Checkliste erlaubt Ihnen eine erste Beurteilung und hilft dabei, seriöse von dubiosen Angeboten zu unterscheiden: Trifft ein Punkt auf Ihre Diät zu, muss sie auf Ihre Ausgewogenheit hin überprüft werden. Treffen mehrere Aussagen zu, lautet die Empfehlung «Hände weg».

  • Die tägliche Energiezufuhr liegt unter 1200 kcal.
  • Die Lebensmittelauswahl ist unausgewogen, einseitig oder bestimmte Kombinationen sind verboten.
  • Es ist von «negativen Kalorien» und «Fatburnern» die Rede.
  • Es wird eine Gewichtsreduktion ohne Änderung der bisherigen Gewohnheiten versprochen.
  • Es wird mit Dankesschreiben, Erfahrungsberichten und/oder Vorher-/ Nachher-Bildern von früher Übergewichtigen geworben.
  • Es wird eine Erfolgsgarantie versprochen, oft in Kombination mit Aussagen wie «nie wieder zunehmen» oder «nie wieder dick».
  • Klingende Namen von Berühmtheiten aus dem Showbusiness, von Wissenschaftlern oder Instituten werden vorgeschoben oder Fantasiebezeichnungen wie z.B. «Mayo-Diät» oder «Max-Planck-Diät» verwendet.
  • Die Diät oder das Programm basiert ausschliesslich auf dem Verkauf von Produkten.
  • Das Mitmachen ist an eine vertragliche Verpflichtung gebunden, die während der Laufzeit nur mit grossem Aufwand aufgelöst werden kann.

Eine abschliessende Nennung und Bewertung der zahllosen, immer wieder neuen Diätformen ist nicht möglich. Die Schweizerische Gesellschaft für Ernährung (SGE) gibt aber zu diversen populären Diäten und Prinzipien Empfehlungen ab, die Sie hier als Merkblatt herunterladen können.

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