Depressionen kommen teuer zu stehen

Eine Studie des Instituts für Sozial- und Präventivmedizin der Universität Zürich zeigt: Depressionen kosten die Schweizer Volkswirtschaft jährlich über zehn Milliarden Franken. 46 Prozent entfallen auf direkte Behandlungskosten, 54 Prozent auf indirekten Kosten wie Arbeitsausfälle.

Depressionen sind ein verbreitetes Problem: Statistiken zufolge erkrankt ein Fünftel der Schweizer Bevölkerung im Laufe des Lebens einmal daran – Frauen häufiger als Männer. Obwohl die erdrückende Mischung aus Niedergeschlagenheit, Antriebslosigkeit, Schuldgefühlen, Schlaf- und Konzentrationsproblemen derart häufig auftritt, ist bislang wenig zu den Folgekosten bekannt. Eine Studie des Instituts für Sozial- und Präventivmedizin der Universität Zürich liefert nun eindrückliche Zahlen: Den Forschenden zufolge belaufen sich die direkten und indirekten Kosten auf jährlich über zehn Milliarden Franken.

Grundsätzlich wurden drei Schweregrade der Krankheit unterschieden (schwer, mittelschwer, mild). Wenig überraschend: Je schwerer die Krankheit, desto höher die Kosten. Wer an einer schweren Depression leidet, geht häufiger zum Arzt oder Psychiater als Personen mit einer mittelschweren oder milden Depression, wird häufiger hospitalisiert, bleibt länger im Spital, benötigt mehr Medikamente und weist mehr Absenzen am Arbeitsplatz auf. Summa summarum gehen die Studienautoren von Gesamtkosten von rund 40'000 Franken pro Fall und Jahr aus. Eine mittelschwere Depression wird mit 28'000 Franken veranschlagt, eine milde mit 15'000 Franken; letztere entsprechen vor allem indirekten Kosten in Form von Arbeitsausfällen. Pro Jahr summiert sich dies auf über zehn Milliarden Franken, wobei von einer höheren Dunkelziffer auszugehen sei.

Von ihren Studienergebnissen erhoffen sich die Forschenden eine Versachlichung der Diskussion über das Thema. Ausserdem sehen sie speziell die Kostenschätzungen zu den verschiedenen Schweregraden als nützliche Basis für nationale Präventionsprogramme und den optimalen Einsatz vorhandener Ressourcen.

Mehr zur Studie im oben verlinkten Radiobeitrag von SRF-1-Redaktorin Christine Schulthess mit Hauptautor Yuki Tomonaga.