Doppelte Arm-Transplantation in den USA

Spektakuläre Operation geglückt: Soldat John Peck hat zwei neue Arme und Hände.

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Arm-Transplantation statt Prothese

0:31 min, aus Puls vom 17.10.2016

Eine doppelte Arm-Transplantation wurde am John Hopkins Spital in Boston erfolgreich durchgeführt: Der US-Soldat John Peck wurde Opfer einer Tretmine und verlor dabei seinen linken Arm und beide Beine. Der rechte Arm musste wegen einer Infektion abgenommen werden. Drei Monate lang lag er im Koma, und es dauerte zwei Jahre, bis er sich erholt hatte. Sofort liess er sich auf die Transplantations-Liste setzen.

In einer aufwändigen, 14 Stunden dauernden Operation wurden ihm neue Unterarme anoperiert. Muskeln, Adern, Haut, Knochen, Nerven mussten, teils unter dem Mikroskop, verbunden werden. Problematisch sind vor allem die Nerven, die im Spenderorgan schon tot sind und vom Empfänger erst langsam in den Arm hineinwachsen.

Eingriffe mit beträchtlichen Risiken

Eine solche doppelte Armtransplantation wird selten gemacht; die Abstossungsreaktion des Körpers stellt hier ein grosses Problem dar. Die Transplantation von Händen scheint hingegen erfolgreicher zu sein. Die erste doppelte und erfolgreiche Armtransplantation gelang 2008 deutschen Ärzten am Klinikum rechts der Isar in München.

Nach mehreren doppelten Armtransplantationen gelang dem spanischen Chirurgen Pedro Cavadas und seinem Team 2011 die erste doppelte Beintransplantation, 2012 auch an einem zehnjährigen Jungen. Cavadas ist der Meinung, dass Transplantationen der Gliedmassen deren normale Funktionsfähigkeit zwar nicht wieder herstellen können, dass sie aber deutlich besser als Prothesen seien, was nicht nur dem Patienten, sondern auch der Gesellschaft zugutekomme.

In der Türkei wurden weltweit die ersten dreifachen und vierfachen Transplantationen von Gliedmassnahmen ausgeführt. Beide Patienten starben aber nach den spektakulären und aufwendigen Operationen, nachdem zuerst aufgrund der Abstossung transplantierte Gliedmassen wieder amputiert werden mussten.

Laut des Spitals in Boston wurden weltweit erst 85 solche Operationen durchgeführt. Nun wartet noch viel Therapie auf John Peck, damit er seine neuen Hände auch benutzen kann.

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