Ebola-Erbgut noch Monate später nachweisbar

Die Ebola-Epidemie in Westafrika gilt als fast überwunden. Nun zeigt eine Studie, dass überlebende Männer Virusbestandteile noch neun Monate oder länger in ihrer Samenflüssigkeit tragen können. Unklar ist, was das für die Ansteckungsgefahr bedeutet.

Pauline Cafferkey während ihres EInsatzes in Sierra Leone

Bildlegende: Virus nur scheinbar besiegt. Bei einer schottischen Krankenschwester, die als geheilt galt, ist das Ebola-Virus kürzlich wieder aktiv geworden. Keystone

Die Forscher analysierten Samenproben von 93 Männern. Bei allen Männern, deren Ebola-Erkrankung höchstens drei Monate zurück lag, fand sich Erbmaterial der Ebola-Viren in den Proben. Bei denjenigen, die die Krankheit bereits vier bis sechs Monate zuvor überwunden hatten, war das bei 65 Prozent der Männer der Fall. Nach sieben bis neun Monaten liess sich das Ebola-Erbgut im Sperma noch bei 26 Prozent nachweisen. Das heisse aber nicht, dass auch infektiöse Viren vorhanden seien, schreiben die Autoren.

Die WHO schlägt vor, Überlebende noch sechs bis zwölf Monate lang mit der Gabe von Kondomen zu unterstützen, damit ihre Partner dem Virus möglichst nicht ausgesetzt würden.

Kürzlich wurde bekannt, dass eine schottische Krankenschwester neun Monate nach ihrer vermeintlichen Heilung von Ebola erneut daran erkrankte. Im Frühjahr war das Virus auch bei einem als geheilt geltenden Arzt in den USA wieder aktiv geworden.