Ebola-Antikörper schützt sogar noch nach der Ansteckung

Eine internationale Studie unter Beteiligung der Università della Svizzera Italiana in Bellinzona beschreibt einen Antikörper, der Schimpansen sehr effizient gegen das Ebola-Virus schützt.

Strassenszene in Monrovia (Liberia) mit grossem Ebola-Warnplakat.

Bildlegende: Im Kampf gegen das Ebola-Virus wurde ein neuer Ansatzpunkt für neue präventive und therapeutische Massnahmen gefunden. Keystone

Forschenden ist es gelungen, Antikörper gegen das Ebola-Virus aus dem Blut eines Überlebenden des Ebola-Ausbruchs von 1995 zu gewinnen und künstlich herzustellen. Einer der Antikörper erwies sich als extrem wirksam: Damit behandelte Schimpansen entwickelten keine Krankheitssymptome, selbst wenn sie den Antikörper erst fünf Tage nach der Infektion erhielten.

Den vielversprechenden Antikörper stellen die Forschenden im Fachjournal «Science» vor. Er könnte eine simplere und effizientere Alternative zum Antikörper-Cocktail ZMapp sein, der derzeit in klinischen Studien geprüft wird.

Bisherige Versuche, das ZMapp-Gemisch aus drei Antikörpern zu vereinfachen, sind fehlgeschlagen. Der neue Antikörper könnte bereits in Reinform wirksam gegen das Virus schützen und den Weg für neue Medikamente ebnen. Noch gibt es kein zugelassenes Arzneimittel oder eine Impfung gegen das Virus. Allerdings ist bekannt, dass Überlebende eine lebenslange Immunität entwickeln.