Der Sinn des Fiebers

Fieber kennt jeder aus eigener Erfahrung. Soll man es senken – und ab wann? Prof. Christoph Berger und Dr. Thomas Kissling haben diese und weitere Fragen beantwortet.

Prof. Christoph Berger und Dr. Thomas Kissling

Bildlegende: Prof. Christoph Berger und Dr. Thomas Kissling SRF

Ab 38,5 Grad spricht man von Fieber. Gesunde Menschen ertragen es ohne weiteres, selbst wenn es einige Tage dauert. Fiebern jedoch chronisch Kranke oder Säuglinge, reagieren Ärzte vorsichtiger und raten schneller einmal dazu, das Fieber medikamentös zu senken – besonders dann, wenn die Ursachen des Fiebers unklar sind oder insbesondere kleine Patienten sehr schlapp sind und nicht mehr richtig trinken.

Prof. Christoph Berger und Dr. Thomas Kissling kennen die Fieberproblematik aus der eigenen täglichen Praxis und haben Fragen dazu im Chat beantwortet. Fünf davon finden Sie hier.

  •  Frage von S. Z., Fribourg: Verändert sich eigentlich das Fieberverhalten im Laufe des Lebens? Ich habe gefühlt heute (mit knapp 40) viel schneller einmal Fieber - und auch viel höher. Wenn`s hart auf hart kommt sogar über 40. Das hatte ich mit 20 nie.
    Antwort von Prof. Christoph Berger: Kinder haben häufig Fieber und häufig hoch, das kann abnehmen im Erwachsenenalter, kann aber auch bleiben oder mal zunehmen. Wenn Sie dazwischen ganz gesund sind, ist das kein Grund zur Beunruhigung.
  • Frage von C. V., Salmsach: Ich habe viele Stirn- und Kieferhöhlenentzündungen, entwickle dabei aber nie Fieber. Auch bei anderen entzündlichen Krankheiten habe ich nie Fieber. Wie ist dies zu deuten?
    Antwort von Prof. Christoph Berger: Das ist nicht beunruhigend. Die Reaktion, bei einer Infektion Fieber zu entwickeln, ist von Mensch zu Mensch sehr verschieden, und das fehlende Fieber ist hier kein Grund zur Beunruhigung.
  • Frage von M. M., Urdorf: Meine Temperatur ist nie höher als 36 Grad. Ist das auch normal?
    Antwort von Dr. Thomas Kissling: Diese Frage taucht immer wieder auf. Es gibt immer wieder Patienten, welche nicht rasch mit einem Temperaturanstieg reagieren. Falls die Grundtemperatur eventuell an sich schon recht tief ist, lohnt sich auch einmal eine Kontrolle der Schilddrüsenfunktion. Besprechen Sie diese Problematik doch einmal mit Ihrem Hausarzt.
  • Frage von D. N., Zürich: Ab welcher Temperatur gibt man einem zweieinhalbjährigen Kind ein Fieberzäpfchen?
    Antwort von Prof. Christoph Berger: Über 38,5 bis 39 Grad spricht man von Fieber. Geben Sie ein Fieberzäpfchen insbesondere dann, wenn sich das Kind unwohl fühlt, das Fieber an sich ist nicht gefährlich.
  • Frage von I. S., Liebistorf: Meine beiden Kinder sind acht und elf Jahre alt. Der Junge hatte mit zwei und fünf Fieberkrämpfe – sogar mit Herzstillstand beim zweiten Mal! Und die Tochter hatte auch schon mit vier einen Fieberkrampf. Sie haben sehr schnell sehr hohes Fieber bis 41 Grad, wenn sie krank sind. Man sagte mir, ich solle ihnen einfach ab 38 Grad fiebersenkende Mittel geben. Das mache ich auch. Muss ich aber immer noch Angst haben, dass Sie wieder einmal einen Fieberkrampf durchmachen?
    Antwort von Prof. Christoph Berger: Fieberkrämpfe sind am häufigsten bei Kindern im Alter von sechs Monaten bis fünf Jahren. Danach sind Fieberkrämpfe sehr viel seltener und treten kaum mehr auf. Sie können ab 38 Grad fiebersenkende Mittel geben, müssen das aber nicht tun, weil dadurch die Fieberkrämpfe nicht unbedingt verhindert werden können. Ein Fieberkrampf erschreckt, ist aber an sich nicht gefährlich.
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Fieber – Hitze zur Heilung

18 min, aus Puls vom 13.5.2013

Experten am Telefon

Dr. Dede Bauschatz, Dr. Christian Holm und Dr. Doris Keller

SRF

Am «Puls»-Expertentelefon gaben Auskunft: Dr. Dede Bauschatz, Dr. Christian Holm und Dr. Doris Keller.

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