Probleme mit der Halswirbelsäule

Taube Gliedmassen, Diskushernie, Kopfschmerzen? Prof. Andreas Raabe und PD Dr. Jürgen Beck beantworten Fragen rund um Probleme mit der Halswirbelsäule.

Prof. Andreas Raabe und PD Dr. Jürgen Beck

Bildlegende: Chat-Experten Andreas Raabe und Jürgen Beck haben im «Puls»-Chat vom 16. Januar Fragen rund um die Halswirbelsäule beantwortet. srf

Die Wirbelsäule erfüllt eine zentrale, tragende Funktion in unserem Bewegungsapparat - und sie ist eine der Hauptschwachstellen der modernen Gesellschaft: Vier von fünf Erwachsene geben an, im Laufe ihres Lebens mindestens einmal Probleme mit dem Kreuz gehabt zu haben, jeder Dritte litt sogar in den letzten 24 Stunden dort unter Schmerzen. Viele nicht klar einer bestimmten Ursache zuzuordnende Beschwerden haben ebenfalls ihren Ursprung im Bereich der Halswirbelsäule.

Prof. Andreas Raabe und PD Dr. Jürgen Beck haben im «Puls»-Chat Fragen rund um Probleme mit der Halswirbesäule beantwortet - fünf davon finden Sie hier:

  • T. W., Ennetbürgen: Ich habe seit ca 2 Monaten vermehrt das Gefühl vom Einschlafen in den Armen. Seid ca 1. Monat hatte ich drei Mal für ungefähr 10-15 Sekunden keine Kontrolle mehr über meinen linken Daumen. Dazu kommt, dass ich manchmal über mehrere Stunden taube Fingerspitzen habe. Haben sie eine Erklärung dafür?
    PD Dr. Jürgen Beck: Sie sollten auf jeden Fall einen Arzt aufsuchen. Die Symptome können auch von der Halswirbelsäule und einer Spondylose ausgelöst werdden. Allerdings gibt es noch andere Ursachen. Eine ausführliche Untersuchung und dann noch Bildgebung können hier weiterhelfen, die Ursache zu finden.
  • C. S., Däniken SO: Ich bin 46 Jahre alt und habe vor 3 Jahren zwischen 6. und 7. Halswirbel die Diagnose Diskushernie erhalten. Die Schulmedizin hat mir dringend empfohlen, zu operieren. Ich ging jedoch zum Chinamed-Zentrum und habe nach rund einem halben Jahr den Zustand zu 90% von vor dem Vorfall erreicht. Trotzdem habe ich manchmal in den Kniekehlen leichte Schmerzen und zeitweise eine Gefühlirritation auf dem Schulterblatt (Tellergrösse). Was kann ich noch tun?
    Prof. Andreas Raabe: Die Besserung gibt Ihnen Recht. Wichtig ist, dass es nicht wieder schlechter wird. Auch nach einer Operation bilden sich nicht alle Beschwerden zurück. Wenn Sie aber aufgrund der Restbeschwerden noch beeinträchtigt sind, dann hilft nur weitere Muskelstärkung, Vermeidung von Fehlhaltungen und wenn es nicht bessert, noch ein MRI.
  • H. R., Lyss: Wenn ich den Kopf normal bewegen, knackt es gelegentlich. Ist das normal?
    Prof. Andreas Raabe: Das Knacken ist harmlos, es kommt von den Gelenken (wie beim Fingerknacken) und sollte Sie nicht beunruhigen.
  • B. H., Konolfingen: Bin 35 und habe alle paar Monate eingeklemmte Nerven im Nacken, was aber jeweils von selbst schnell vergeht. Ein Chiropraktor hat mir gesagt, es käme bei mir vor allem vom Schlafen auf dem Bauch. Ist das Risiko grösser für die erwähnte Krankheit?
    Prof. Andreas Raabe: Man weiss nicht genau, ob die Schlafposition tatsächlich etwas mit dem Risiko einer Stenose an der Halswirbelsäule zu tun hat. Der eingeklemmte Nerv kommt nicht von einer Myelopathie. Es ist eher eine leichte Folge der Abnutzung. Alles Gute!
  • D. H., Neerach: Meine Frau hat vor einigen Jahren einen Autounfall und ein Schleudertrauma erlitten. Beschwerden sind momentan zwar keine, aber könnte  eine HWS-Operation helfen? Und wie hoch ist das Lähmungsrisiko?
    PD Dr. Jürgen Beck: Nach ein Schleudertrauma sollte man in der Regel nicht operieren. Vor allem sollte nicht operiert werden, wenn Ihre Frau keine Beschwerden hat.
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Mit einer Operation die Lähmung verhindern

14 min, aus Puls vom 16.1.2012

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