Umgang mit Lebensmittel-Unverträglichkeiten

Blähungen, Durchfall, Verstopfung, Bauchschmerzen, Unwohlsein, Kopfschmerzen: Die Symptome für Lebensmittel-Unverträglichkeiten sind vielseitig. Eine Diagnose ist deshalb schwierig. Dr. Norman Büchel und Prof. Michael Fried bringen Licht ins Dunkel.

Dr. Norman Büchel und Prof. Michael Fried

Bildlegende: Dr. Norman Büchel und Prof. Michael Fried SRF

Mit einer Allergie ist es vergleichsweise einfach: Sie ist mit schulmedizinischen Methoden gut nachweisbar, Diagnose und Behandlung damit entsprechend klar. Anders jedoch bei Intoleranzen gegenüber bestimmten Nahrungsmitteln: Hier kommt eher ein «Try an Error»-Verfahren zum Einsatz. Durch systematisches Weglassen verschiedener Ernährungsbestandteile, sei es Fructose, Lactose oder auch Gluten, tasten sich Betroffene im Ausschlussverfahren an den wahren Grund ihrer Probleme heran. Ist der Übeltäter einmal ausfindig gemacht, ist der einzige Ausweg eine Anpassung der Ernährungsgewohnheiten.

Dr. Norman Büchel und Prof. Michael Fried haben im «Puls»-Chat Fragen zum Thema Lebensmittel-Unverträglichkeiten beantwortet und erklärt, welche Symptome auf eine solche zurückzuführen sein könnten. Fünf der Antworten finden Sie hier, das gesamte Chat-Protokoll finden Sie in der «Mehr zum Thema»-Box.

  • Frage von A. H., Grossaffoltern: Wie kann man eine Unverträglichkeit von einer Allergie unterscheiden?
    Antwort von Dr. Norman Büchel: Eine Unverträglichkeit macht typischerweise Beschwerden wie Blähungen, Durchfall oder Bauchschmerzen. Eine Allergie führt häufiger zu einem Ausschlag, einer Schwellung oder Atemnot. Allerdings kann es zum Teil auch bei einer Allergie (typischerweise z.B. durch Nüsse) zu ähnlichen und nur lokalen Beschwerden kommen wie z.B. Durchfall oder Bauchschmerzen. Eine Intoleranz ist nicht gefährlich, eine Allergie kann gefährlich werden, wenn es zu Atemnot oder Kreislaufkollaps kommt.
  • Frage von T. S., Basel: Ich hatte einen positiven Atemtest, hatte aber nach dem «Drink» fast keine Beschwerden. Wenn ich aber Äpfel, Honig oder auch Knoblauch/Zwiebeln esse, habe ich im Nachhinein massive Darmprobleme. Wie ist das möglich?
    Antwort von Dr. Norman Büchel: Die Atemtests sind leider auch nicht das Gelbe vom Ei. Relativ häufig wird kein Wasserstoff durch die Bakterien gebildet (dieser wird ja gemessen beim Test), weshalb der Test dann «falsch negativ» ist, obwohl die Betroffenen eine Intoleranz haben.
  • Frage von T. S., Basel: Ist es nicht so, dass Nahrungsmittel (vor allem Süssigkeiten) gut vertragen werden sollten, wenn der Fruchtzuckergehalt gleich hoch ist wie der Glucosegehalt, wie es im normalen Haushaltszucker der Fall ist?
    Antwort von Prof. Michael Fried: Das ist richtig, Fruchtzucker wird besser aufgenommen, wenn gleichzeitig Traubenzucker gegessen wird.
  • Frage von C. G., Zürich: Ich habe schon seit langer Zeit immer wieder sehr starke Blähungen. Ansonsten habe ich keine Beschwerden. Bis jetzt habe ich allerdings noch nie an irgendeine Unverträglichkeit gedacht. Könnte es sich dabei ebenfalls um Fruchtzuckerunverträglichkeit handeln? Oder vielleicht doch etwas anderes?
    Antwort von Dr. Norman Büchel: Falls die Beschwerden nach dem Verzehr von Fructose auftreten, könnte es sich um eine Fructoseintoleranz handeln. Allerdings können auch viele andere Ursachen zu Ihren Beschwerden führen. Eine Lactoseintoleranz (Milchzuckerunverträglichkeit) könnte sich ähnlich äussern, aber auch ein Reizdarmsyndrom oder z.B. auch eine Weizenunverträglichkeit, welche aber deutlich seltener ist.
  • Frage von U. W., Tamins: Ich leide vor allem nach einem Milchkaffee an Völlegefühl und Bauch-/Magenschmerzen. Kann das an der Milch liegen? Wie kann ich das testen?
    Antwort von Prof. Michael Fried: Ja, es könnte sich um eine Laktoseintoleranz handeln. Das kann durch einen Bluttest und einen Diätversuch abgeklärt werden.
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Fructoseintoleranz - Ein diffuses Leiden

17 min, aus Puls vom 11.3.2013

Experten am Telefon

Dr. Emanuel Burri, Dr. Christine Manser und Dr. Piero Valli

Am «Puls»-Expertentelefon gaben Auskunft: Dr. Emanuel Burri, Dr. Christine Manser und Dr. Piero Valli.

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