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Alltag & Umwelt Fitness im Alter – nach Hause geliefert

Bewegungs-Coachs, die Betagte zuhause besuchen, sollen Lücken schliessen. Denn mit zunehmender Gebrechlichkeit vergrössern sich die Hürden für eine Teilnahme an externen Angeboten. In einzelnen Kantonen bietet Pro Senectute Heimtrainings an, die auf Freiwilligenarbeit beruhen.

Legende: Video Fit im Alter – Muskeltraining sorgt für Mobilität abspielen. Laufzeit 17:11 Minuten.
Aus Puls vom 22.01.2018.

Es ist aus vielen Gründen nicht gut, wenn betagte Menschen immer zurückgezogener leben, weil ihre Mobilität abnimmt: Durch den Bewegungsmangel verschlechtert sich die körperliche Verfassung schnell. Zwar gibt es viele externe Angebote für Seniorengymnastik – doch wer gebrechlich und nicht mehr so mobil ist, bleibt davon ausgeschlossen.

Pro Senectute-Heimtraining soll Lücke schliessen

In den letzten Jahren haben einzelne Pro Senectute-Sektionen deshalb Heimtraining-Programme aufgebaut, so in Solothurn, Jura, Neuenburg, Genf, und nun auch im Kanton Zug (vgl. Links). Alle diese Angebote sind niederschwellig. Sie kosten entweder nicht viel oder sind sogar gratis. Das Zuger DomiGym-Modell arbeitet mit ehrenamtlichen, geschulten Bewegungs-Coachs.

  • In der Regel besucht ein Zuger Bewegungscoach einmal pro Woche einen betagten Menschen zuhause.
  • Das rund 45-minütige Turn-Programm zielt auf Kraft, Koordination, Gleichgewicht und Körpergefühl.
  • Eine Lektion kostet derzeit 15 Franken, die in die Ausbildung der Coachs und in die Administration fliessen.
  • Die verbesserte körperliche Verfassung kann Betagten helfen, Stürze zu vermeiden und länger selbständig zu leben.
  • Als Nebeneffekt schaffen die Heimtrainings soziale Kontakte. Es sind mögliche Türöffner, wenn zum Beispiel alleinstehende Betagte Alltagsaufgaben nicht mehr bewältigen können und es gilt, Lösungen zu finden.

Das Projekt wird durch Spenden unterstützt: Stiftung Gesundheitsförderung Schweiz, Kanton Zug.

Heimtraining muss Tagesroutine werden!

Legende: Video Drei Übungen fürs Training daheim abspielen. Laufzeit 02:22 Minuten.
Aus Puls vom 22.01.2018.

Heimtrainings können wirksam sein, das zeigen auch wissenschaftliche Versuche, zum Beispiel eine Studie mit Zürcher Hüftfraktur-Patienten. Bei der praktischen Anwendung gibt es allerdings verschiedene Herausforderungen:

  • Entscheidend ist, dass ein Übungsprogramm zur Tagesroutine wird. Wer nur einmal pro Woche unter Anleitung turnt, verändert nicht viel.
  • Die Übungen müssen darum verständlich sein, gut vermittelt werden, und sie sollten Spass machen und die Motivation wecken.
  • Heimtrainings müssen finanzierbar sein.
  • Wo Freiwillige einbezogen sind, braucht es genügend Coachs, die bereit sind, ehrenamtlich zu arbeiten.

Europäische Altersstudie testet Heimtrainingsprogramm

Ein einfaches Heimtrainingsprogramm wird derzeit auch in einer grossen europäischen Altersstudie ausgewertet. In der DO-HEALTH-Studie geht es um die Frage: Was wären wirksame, gut verträgliche und erschwingliche Präventionsmassnahmen, die dazu beitragen, Alterungsprozesse hinauszuzögern und die Gesundheit im Alter zu fördern?

Die Studie prüft, wie folgende drei Massnahmen wirken:

  • die Einnahme von Vitamin D
  • die Einnahme von Omega-3-Fettsäuren
  • ein einfaches Heimtrainingsprogramm

Die rund 2000 Teilnehmer wurden unter der Leitung des Zentrums für Alter und Mobilität des Universitätsspitals Zürich und Stadtspitals Waid über drei Jahre hinweg begleitet und laufend untersucht. Mit den gesammelten Daten sollen Aussagen über Frakturen, Muskelfunktionen, Hirnleistung, Blutdruck und Immunsystem gemacht werden.

Schon erwiesen durch vorhergehende Forschung ist: Starke Muskeln sind für ein gesundes Altern wichtig. Denn: Gezieltes Training der Bein- und Rumpfmuskulatur hat einen positiven Einfluss auf die Laufsicherheit. Somit werden Stürze vermieden, die in der Forschung als wichtiges Anzeichen für eine baldige Pflegebedürftigkeit gesehen werden.

Die Wirkung der zwei Nahrungsergänzungs-Präparate Vitamin D und Omega 3 wird noch untersucht. Welchen Einfluss die drei Interventionen einzeln und kombiniert auf den Alterungsprozess haben, zeigen die Studienresultate Ende 2018.

​Rund 2000 Teilnehmer wirkten an der Studie mit, davon 1000 aus Zürich, Basel und Genf. Die ersten starteten 2012, der letzte Teilnehmer beendete im November 2017 das Studienprogramm.

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