Altersdepression – Spiele wirken besser als Medikamente

Lässt sich das alternde Gehirn durch intensive geistige Tätigkeit regenerieren und kann dies dazu beitragen, Depressionen besser in den Griff zu bekommen? Diesen Fragen sind Forscher aus den USA und China im Rahmen einer kleine Studie nachgegangen – mit überraschenden Ergebnissen.

Seniorin mit einem Gamecontroller in der Hand, in ein Computerspiel vertieft.

Bildlegende: Computerspiele haben auch auf ältere Semester eine anregende Wirkung. Colourbox

Untersucht wurde eine Gruppe von elf 60- bis 89-Jährigen mit schwerer Altersdepression, denen gängige Medikamente keine Linderung mehr verschafften. Nachdem sie vier Wochen lang spezielle Computerspiele zur Steigerung der geistigen Fitness gespielt hatten, lebten die Senioren merklich auf.

Im Vergleich mit einer anderen Studie, wo ein Antidepressivum eingesetzt wurde, zeigte sich sogar, dass die Spieltherapie ebenso wirksam war wie die Medikation – aber innerhalb von vier Wochen statt zwölf, wie die Forscher betonen.

Mehr als zwei Drittel ihrer Patienten hätten sogar eine volle Rückbildung ihrer Depression erlebt. Zudem seien Entscheidungsfunktionen des Gehirns stärker verbessert worden als durch das Medikament.

Die Ergebnisse der Mini-Studie müssen noch weiter überprüft werden. Sie liefert jedoch bereits interessante Ansätze für alternative Therapien, wo Standard-Behandlungen versagen.