CERN unterstützt Krebsforscher

Das CERN und die Europäische Kommission wollen künftig in der Strahlentherapie von Krebs kooperieren. Mit Hilfe der Protonenquellen am CERN könnten zwei vielversprechende Radionuklide in genügend grossen Mengen hergestellt werden.

Aussenansicht des CERN bei Genf: Wandgemände des Large Hadron Colliders.

Bildlegende: Das CERN ist eine der wenigen Anlagen weltweit, die hochenergetische Protonen von 200 bis 800 MeV erzeugen kann. Keystone

Radioaktive Nuklide oder Radionuklide sind Atome, deren Kern instabil ist und zerfällt. Dabei wird Energie in Form ionisierender Strahlung frei. Bei den neuen Strahlentherapie-Ansätzen werden solche Stoffe direkt in die Tumorzellen selber eingeschleust.

Bisher werden fast nur beta-strahlende Radionuklide eingesetzt. Alpha-Strahlung ist jedoch energiereicher und dringt weniger tief ins menschliche Gewebe ein, wodurch gesundes Gewebe geschont wird.

Zwei der hoffnungsvollsten Alpha-Radionuklide sind 225Actinium und 213Bismut. Sie werden für den Einsatz gegen Non-Hodgkin-Lymphom, Hirntumoren, Blasenkarzinome, bösartige Melanome, Drüsentumore und Prostatakrebs erforscht.

225Ac und 213Bi entstehen, wenn 232Thorium mit hochenergetischen Protonen beschossen wird. Das CERN ist eine der wenigen Anlagen weltweit, die derart hochenergetische Protonen erzeugen kann.