Herzgewebe aus Stammzellen gezüchtet

Göttinger Forscher haben weltweit erstmals eine Art Herzgewebe mit Hilfe von Stammzellen aus unbefruchteten Eizellen gezüchtet. Damit konnten sie bei Mäusen durch Herzinfarkt entstandene Schäden heilen.

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Stammzellen sollen das Herz heilen

0:31 min, aus Puls vom 4.3.2013

Forscher der Universitätsmedizin Göttingen haben einen Weg gefunden, künstliches Herzreparaturmaterial aus unbefruchteten Eizellen von Mäusen herzustellen. Das Gewebe schlägt wie natürliches Herzgewebe und lässt sich bei Mäusen therapeutisch zur Reparatur von Infarktschäden einsetzen. Dazu wurden die Zellen wie ein Pflaster auf der schwachen oder defekten Stelle des Muskels angebracht.

Damit starteten Forscher wieder einmal einen Versuch, Herzschäden mit Stammzellen zu reparieren. Die bisherigen Studien anderer Forschungseinrichtungen erbrachten keine oder eine sehr moderate Wirkung. Das Hauptproblem: Die Stammzellen integrierten sich nicht in das Gewebe des Herzens. Sie starben zudem schnell ab.

Keine Embryonen verwendet

Vielleicht sind ja die Göttinger Wissenschaftler erfolgreicher: Ihnen war es wichtig, dass sie keine embryonalen Stammzellen für dieses Projekt verwendeten. Darum entschieden sie sich für Stammzellen aus unbefruchteten Eizellen.

Ob sich dieses Modell auch bei Menschen anwenden lässt, ist noch nicht klar. «Der Weg in die klinische Anwendung an Patienten mit Herzmuskelschwäche ist noch weit und wir müssen in jedem Fall sicherstellen, dass Patienten nicht einem unvertretbaren Risiko ausgesetzt werden», sagt Professor Wolfram-Hubertus Zimmermann von der Uniklinik Göttingen. Dies müssen Folgeuntersuchungen klären, für die weitere menschliche unbefruchtete Eizellen nötig sind.

Laut Klinikangaben werden jährlich etwa 60‘000 unbefruchtete Eizellen deutschlandweit verworfen, weil sie für eine künstliche Befruchtung nicht geeignet sind. Deshalb seien für das weitere Forschervorhaben keine zusätzlichen Eizellspenden nötig.

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