HPV-Impfung wirkt auch als Therapie

Eine amerikanische Studie zeigt: Frauen, bei denen wegen einer Infektion mit dem Humanen Papillomavirus (HPV) Zellen im Gebärmutterhals entarten, können von einer nachträglichen Impfung profitieren.

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HPV-Impfung zur Krebstherapie

0:37 min, aus Puls vom 4.4.2016

Die Humanen Papillomaviren werden in der Regel durch ungeschützten Sexualverkehr übertragen und gelten als Hauptursache für die Entstehung von Gebärmutterhalskrebs. Das Bundesamt für Gesundheit empfiehlt deshalb, dass sich Mädchen und Jungen vor dem 15. Geburtstag – idealerweise vor dem ersten Geschlechtsverkehr – Impfen lassen, um einer HPV-Infektion vorzubeugen.

Eine amerikanische Studie kommt nun zum Schluss, dass die Impfung nicht nur zum Schutz vor einer Infektion eingesetzt werden kann, sondern dass auch Frauen, bei denen wegen einer Infektion mit dem HP-Virus Zellen im Gebärmutterhals entarten, von einer nachträglichen Impfung profitieren können.

Impfung wirksamer als Placebo

Die doppelblinde, placebokontrollierte Studie untersuchte 167 Patientinnen, die aufgrund einer HPV-Infektion Vorstufen von Gebärmutterhalskrebs entwickelten. Die eine Gruppe der Frauen wurde nachträglich gegen HPV geimpft, die Kontrollgruppe erhielt nur eine Placebospritze.

Nach 36 Wochen zeigte sich, dass sich in der Impfgruppe 48,2 Prozent der Krebsvorstufen zurückbildeten. In der Placebogruppe waren es dagegen nur 30 Prozent. Die Forscher empfehlen deshalb bei Vorstufen von Gebärmutterhalskrebs zuerst das therapeutische Impfen, bevor zum Skalpell gegriffen werden soll.

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