PSI-Forscher entwickeln neuen Wirkstoff gegen Schilddrüsenkrebs

Mit einem neuen Wirkstoff vom Paul Scherrer Institut (PSI) lässt sich eine besonders aggressive Form von Schilddrüsenkrebs besser diagnostizieren und behandeln. Das Mittel soll nun in einer ersten Studie am Universitätsspital Basel klinisch geprüft werden.

Licht-Mikrographie von Tumorzellen

Bildlegende: Mit dem PSI-Wirkstoff lässt sich eine besonders bösartige Form von Schilddrüsenkrebs besser finden und behandeln. imago

Forschende des PSI nutzen dabei ein Eiweiss, das dem körpereigenen Hormon Gastrin ähnelt, um Schilddrüsentumore anzugreifen. Mit einer radioaktiven Substanz gekoppelt, hefte sich das Eiweiss an die Oberfläche der Tumorzellen und zerstöre sie, verschone dabei aber das umliegende Gewebe weitgehend.

Der Vorteil sei, dass sich mit dieser Methode auch eine besonders aggressive Form von Schilddrüsenkrebs behandeln lasse, die leicht Tochtergeschwülste bilde und bei der die sonst gängige Therapie nicht wirke. Da das sogenannte medulläre Schilddrüsenkarzinom nicht aus dem jodspeichernden Gewebe der Schilddrüse entsteht, wirkt die Behandlung mit radioaktivem Jod nicht.

Die Suche nach dem Wirkstoff fand im Rahmen einer Initiative der Europäischen Union statt. Bei Swissmedic wurde nun ein Gesuch für die Zulassung im Rahmen einer klinischen Studie eingereicht.