Regelmässig etwas Kaffee hält geistig fit

Nachdem südkoreanische Forscher kürzlich definiert haben, wie viele Tassen Kaffee gut für unsere Blutgefässe sind, folgt nun von italienischen Wissenschaftlern die nächste Empfehlung: Moderater Konsum nützt auch dem Hirn.

Ein Mann hält Kaffeebohnen in seinen beiden Händen. Darin sit ein Gehirn zu erkennen.

Bildlegende: Moderater täglicher Kaffeekonsum scheint einen positiven Einfluss auf frühe Formen von Alzheimer und Demenz zu haben. imago/basf

Weltweit sind 44 Millionen Menschen von Alzheimer betroffen. Nachdem sich verschiedene vielversprechende Behandlungsansätze als Sackgassen erwiesen haben, machten Forscher nun anlässlich eines internationalen Kongresses der Alzheimer-Gesellschaft Hoffnung auf den lang ersehnten grossen Durchbruch:

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Kampf gegen das Vergessen

4:33 min, aus 10vor10 vom 22.7.2015

Gleich zwei experimentelle Medikamente – «Solanezumab» von Eli Lilly und «Gantenerumab» von Roche – zeigten in Phase-3-Studien ermutigende Resultate in der Behandlung von Alzheimer und Demenzkrankheiten.

Bis eine wirksame Therapie auf dem Markt ist, werden jedoch selbst im besten Fall noch Jahre vergehen. Die Erforschung der Faktoren, welche diese Erkrankungen begünstigen oder verzögern, hat deshalb keineswegs an Bedeutung verloren. Italienische Forscher haben sich nun mit der Frage befasst, welchen Einfluss Kaffee auf eine Vorstufe von Alzheimer und Demenz hat.

Das Team um Forscher der Universität von Bari hat sich dabei auf die Daten von 1445 Teilnehmern der Italian Longitudinal Study on Aging gestützt und ist zum Schluss gekommen, dass tatsächlich ein Zusammenhang zwischen dem täglichen Kaffeekonsum und dem Auftreten der leichten kognitiven Beeinträchtigung MCI (mild cognitive impairment) besteht.

Mehr hilft nicht mehr

Wer nun aufgrund des stimulierenden Effekts von Koffein erwartet, dass mehr Kaffee das Hirn besser auf Trab hält, liegt leider daneben: Bei jenen Personen, die ihren Kaffeekonsum im Laufe der Zeit um mindestens eine Tasse pro Tag erhöhten, wurde doppelt so oft MCI diagnostiziert wie bei jenen, die ihre Gewohnheit in die andere Richtung änderten.

Die besten Resultate verzeichnete allerdings jene Gruppe, die konstant eine bis zwei Tassen Kaffee pro Tag trank – was sich gut mit den südkoreanischen Empfehlungen für fitte Blutgefässe verträgt.