Rohmilch ist für Babys nicht nur riskant

Säuglinge, die rohe Kuhmilch bekommen, werden seltener krank als solche, die UHT-Milch trinken. So das Ergebnis einer Langzeitstudie. Da Rohmilch riskant ist, plädieren die Wissenschaftler für neue Verfahren bei der Milchproduktion, die Erreger abtöten, aber schützende Inhaltsstoffe bewahren.

Neunjähriger Junge trinkt Milch

Bildlegende: Rohe Kuhmilch schützt Kinder der Studie zufolge vor Atemwegsinfekten, Fieber und Mittelohrentzündung. imago

Am deutlichsten war der Effekt des Rohmilchtrinkens bei Schnupfen, Mittelohrentzündungen und Fieber. Der Effekt war etwas schwächer, wenn die Eltern die Milch erwärmten. Pasteurisierte Milch schützte noch vor fieberhaften Erkrankungen, während UHT-Milch keinen Schutzeffekt mehr hatte.

Die Ergebnisse seien unabhängig von anderen möglichen Einflussfaktoren wie der Ernährung der Kinder. Für die Studie namens PASTURE hielten etwa tausend Mütter aus ländlichen Gegenden in der Schweiz, Bayern, Finnland, Frankreich und Österreich Ernährung und Gesundheit ihres Kindes bis zum ersten Lebensjahr wöchentlich fest.

Unbehandelte Rohmilch kann ernsthafte Krankheiten auslösen. Die Forscher regen daher an, neue, schonende Verfahren bei der industriellen Milchverarbeitung zu entwickeln, die Krankheitserreger ausmerzen, aber die schützenden Inhaltsstoffe erhalten.

Past / UHT

Beim Pasteurisieren wird Milch auf Temperaturen zwischen 72 und 75 Grad Celsius erhitzt, UHT-Milch sogar auf 135 Grad Celsius. Das Erhitzen dient dem Abtöten von gefährlichen Krankheitserregern.