Zum Inhalt springen
Inhalt

Frühe Frühchen Fünf Tage auf der Welt: Gewöhnen an die Muttermilch

Stefanie und Jasmin sind drei Monate zu früh zur Welt gekommen. «Puls» begleitet die beiden Frühchen auf ihrem Weg ins Leben. Im zweiten Teil der Serie sind sie fünf Tage alt und werden nach und nach an die Muttermilch gewöhnt.

Legende: Video Frühe Frühchen (2) abspielen. Laufzeit 06:40 Minuten.
Aus Puls vom 03.02.2014.

Fünf Tage nach dem Kaiserschnitt kann Franziska Holdener ihre Jasmin das erste Mal in die Arme nehmen. Die Kleine hat seit der Geburt an Gewicht verloren, obwohl ihre Verdauung gut funktioniert. Das ist nicht ungewöhnlich, da sie recht viel Wasser eingelagert hatte, das nun langsam ausgeschieden wird. Ernährt wird sie mit Muttermilch, die Franziska Holdener Tag und Nacht regelmässig abpumpt und die Jasmin dann in kleinen Häppchen über eine Sonde zugeführt wird: Alle zwei Stunden fünf Milliliter, durch die Speiseröhre direkt in den Magen.

Muttermilch und Zusatzstoffe

Ebenfalls über eine Sonde wird Jasmins Schwester Stefanie mit Muttermilch versorgt. Die ist ein wichtiger Teil der Ernährung, da die Keime der Mutter das Immunsystem der Babys aufbauen. Zusätzlich bekommt Stefanie eine ausgeklügelte Palette von Nahrungsergänzungen direkt in die Blutbahn, deren Zusammensetzung jedoch keine exakte Wissenschaft ist. «Die Ernährung so junger Frühchen ist auch heute noch eine Kunst», weiss Hans Ulrich Bucher, Spezialist für Frühgeborene am Unispital Zürich. «Im Mutterbauch bekommt ein Kind einfach was es braucht, in der Menge, die es braucht. Hier draussen müssen wir dafür sorgen, und wissen ja nicht genau, was es wirklich benötigt.»

Fett, Eiweiss, Kohlenhydrate, Vitamine, Spurenelemente, Elektrolyte und vieles anderes mehr müssen für eine gute Entwicklung in kleinsten Mengen zugeführt werden – wovon wie viel, da tappt man ein Stück weit im Dunkeln.

Immer wieder Atemaussetzer

Neben der Ernährung ist auch das Atmen weiterhin ein bestimmendes Thema: Während Stefanie hier gute Fortschritte gemacht hat, legt Jasmin immer wieder Atempausen ein. Würden diese unbemerkt bleiben und länger andauern, wäre der Sauerstoffmangel schädlich für verschiedene Organe und vor allem für das Gehirn.

Bis die Ernährung der beiden Frühchen komplett auf Muttermilch umgestellt ist, wird es noch gut zehn Tage dauern. Dann sollte auch die Verdauung so stabil sein, dass sie regelmässig an Gewicht zulegen. Die Atmung hingegen kann bis zum offiziellen Geburtstermin ein Problem darstellen – noch ganze zwölf Wochen lang.

1 Kommentar

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Wir haben Ihren Kommentar erhalten und werden ihn nach Prüfung freischalten.

Einen Kommentar schreiben

verfügbar sind noch 500 Zeichen

Mit dem Absenden dieses Kommentars stimme ich der Netiquette von srf.ch zu.

Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.

  • Kommentar von K. Botha, 8400 winterthur
    Ich selbst habe meine dritte tochter nach einem schock mit 7 monaten geboren ,nachdem das wasser gebrochen war und gleich darauf die wehen einsetzten . Es wurde eine zangengeburt ,das gewicht 1500 gramm.da sie nach 3 wochen selbständig atmete ordnete mein hausarzt an ,dass sie nach hause entlassen wurde .mit 50 gr. Muttermilch alle drei stunden ,und das tag und nacht gedieh sie prächtig . Zum glück hatte ich für 5 monate muttermilch .das war in südafrika in 1975 !
    Ablehnen den Kommentar ablehnen Antworten anwählen um auf den Kommentar zu antworten