Ärzte hören oft nicht zu

Am Anfang einer medizinischen Behandlung steht oft ein Gespräch. Der Patient erzählt, der Arzt hört erst einmal zu. Doch die Kommunikation zwischen Arzt und Patient ist fehleranfällig.

Das Gespräch zwischen Arzt und Patient ist das Fundament einer guten Behandlung. Patienten wollen gehört werden, wenn es darum geht, ihre Beschwerden diagnostisch einzuordnen und allenfalls zu behandeln. Und Ärzten ermöglicht erst die genaue Kenntnis des Problems eine zuverlässige Diagnose. Dennoch zeigen Studien, dass die meisten Ärzte die Patienten schon nach weniger als einer halben Minute unterbrechen.

Die Kommunikation zwischen Arzt und Patient ist fehleranfällig. Diese Erkenntnis ist nicht neu, aber sie ist noch immer aktuell.

Dauerbrenner Kommunikation

In den frühen 70er-Jahren wurde das Thema erstmals untersucht. Seither hat sich zwar einiges verändert, zum Beispiel wird in der medizinischen Grundausbildung heute mehr Wert auf die Kommunikation gelegt. Dennoch zeigen Studien, dass die damals eruierten Defizite nicht einfach verschwunden sind.

Nun hat die Schweizerische Akademie für Medizinische Wissenschaften einen Leitfaden herausgegeben. Dieser richtet sich an die Ärzte. Doch auch der Patient kann zu einer gelungenen Kommunikation viel beitragen.

Woran scheitert die Kommunikation am häufigsten? Was können Arzt und Patient konkret verbessern? Odette Frey unterhält sich in «Kontext» mit Prof. Wolf Langewitz vom Universitätsspital Basel, unter dessen Leitung der SAMW-Leitfaden erarbeitet wurde.