Die poliofreie Welt rückt näher

Auch wenn es in jüngster Zeit in Krisengebieten wie Syrien, der Urkaine oder Madagaskar wieder zu vereinzelten Ausbrüchen gekommen ist: Nie zuvor waren so wenige Kinder auf der Welt von Kinderlähmung betroffen wie heute.

Vermummter Labormitarbeiter hält zwei Fläschchen mit Impfstoff in die Kamera.

Bildlegende: Anfang 2015 wurde in China ein neuer Impfstoff zugelassen, der als Durchbruch im Kampf gegen die Kinderlähmung gilt. imago

Mit dem Welt-Polio-Tag am 28. Oktober ehren WHO und Unicef den US-Mediziner Jonas Salk (1914-1995), dessen Geburtstag auf diesen Tag fällt. Er entwickelte den ersten Polio-Impfstoff.

Kinderlähmung (Poliomyelitis) ist eine hoch ansteckende Virus-Erkrankung, die tödlich verlaufen kann. Das Polio-Virus wird hauptsächlich durch Fäkalien von Mensch zu Mensch übertragen und trifft vor allem Kinder unter fünf Jahren. Eine von 200 Infektionen führt zu dauerhaften Lähmungen. Von diesen Erkrankten sterben fünf bis zehn Prozent, weil die Atemmuskeln betroffen sind. Eine spezielle Therapie gegen das Virus gibt es nicht.

1988 startete die WHO ein globales Impfprogramm zur Ausrottung der Kinderlähmung bis 2018. Massgeblich finanziert ist es von der Bill & Melinda Gates Stiftung, Rotary International und einzelnen Staaten. Die Zahl der Fälle sank seither von etwa 350'000 um rund 99,9 Prozent auf 359 im Jahr 2014.