Grippeimpfstoff – Manchmal passt er, manchmal weniger

Jetzt beginnt wieder die Zeit der Grippeimpfung. Dafür im Vorfeld den richtigen Impfstoff zusammenzustellen, ist eine hochkomplexe Angelegenheit.

2014/2015 hat die Grippe in der Schweiz stärker gewütet als die Jahre zuvor – auch weil der Grippeimpfstoff nicht so gut gewirkt hat wie erhofft. Nur bei jedem Dritten hat die Impfung wirklich etwas gebracht, statt wie sonst bei mindestens jedem Zweiten.

«Letztes Jahr war die Zusammensetzung des Impfstoffs wirklich nicht optimal. Die Grippeviren sind sehr geschickt und verändern sich ständig», erklärt Daniel Koch, Leiter der Abteilung für übertragbare Krankheiten des Bundesamts für Gesundheit (BAG). «Man muss andauernd beobachten, welcher Subtyp des Virus gerade kursiert. Darauf passt man dann den Impfstoff an. Aber es ist ein wenig wie in der Mode: Man trifft's nicht immer ganz genau.»

Da steht zu hoffen, dass dem diesjährigen Grippeimpfstoff mehr Erfolg beschieden ist. Denn von Mitte Oktober bis Mitte November ist wieder die Zeit für die alljährige Grippeimpfung.

Wie genau der Impfstoff diesmal zusammengesetzt ist, hat ein internationales Expertengremium mit der WHO für die Nordhalbkugel bereits im Februar entschieden. Für die Südhalbkugel ist dieser Prozess alle Jahre wieder zeitlich genau entgegengesetzt.

Vor allem die Jungen geschützt

Alle fünf bis zehn Jahre kommt es vor, dass die Experten in ihren Vorhersagen etwas daneben liegen, sagt Daniel Koch. Generell aber wirke der Grippeimpfstoff vor allem bei jungen, gesunden Erwachsenen gut – 80 Prozent sind nach der Spritze gewappnet gegen die Grippeviren.

Ältere Menschen, bei denen das Immunsystem nicht mehr so stark reagiert, sind weniger effektiv immunisiert. Deshalb empfehlen Ärzte die Impfung breitflächig, damit diese Personen durch ihr geimpftes Umfeld geschützt werden.