Komplementärmedizin – Wie weiter nach dem Ja?

Die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger sagten klar Ja zum Verfassungsartikel «Zukunft mit Komplementärmedizin». Nun soll die Komplementärmedizin im schweizerischen Gesundheitswesen stärker berücksichtigt werden als bisher. Wie dies geschehen soll, ist aber noch offen.

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Komplementärmedizin - Was kommt nach der Abstimmung?

4:50 min, aus Puls vom 18.5.2009

«Puls» hat in einer Umfrage nach den Bedürfnissen der Bevölkerung gefragt. Für viele Stimmbürgerinnen und Stimmbürger ist das Resultat der Abstimmung mit der Aufnahme «ihrer» persönlichen Komplementär-Methode in der Grundversicherung der Krankenkassen verknüpft. Ein grosser Irrtum, sagt Silva Keberle, Leiterin des Erfahrungsmedizinischen Registers EMR in Basel. Die besten Karten zur Aufnahmen in die Grundversicherung hätten die fünf Methoden, die bereits bis 2005 als Kassenleistung anerkannt waren. Allerdings wird darüber erst noch politisch zu entscheiden sein.

Wer bietet an?

Für viele Bürgerinnen und Bürger scheint klar, dass sie in Zukunft zum Therapeuten ihrer Wahl gehen können. Auch hier wird’s laut Expertin nicht ganz so einfach werden. Die Tendenz ist klar: Nur ausgebildete Ärzte mit Zusatzausbildung kommen in die Grundversicherung. Therapeuten mit einem Ausbildungsnachweis werden wohl auch in Zukunft über eine Zusatzversicherung abgerechnet werden müssen. Wie bisher.

Der Zeitrahmen

Auch der zeitliche Ablauf trügt. Wer darauf hofft, dass die Umsetzung in unmittelbarer Zukunft ansteht, hat die Mühlen der Politik nicht einkalkuliert. SF-Bundeshauskorrespondent Hanspeter Trütsch vermutet, dass es noch einige Jahre dauern kann, bis konkrete Ergebnisse vorliegen.

Die Kosten

Die Kosten waren im Abstimmungskampf immer wieder ein grosses Thema. Macht die Komplementärmedizin das Gesundheitswesen teurer oder bringt es Entlastung? Für Gesundheitsökonom Tilman Slembeck ist klar: Was zusätzlich angeboten wird, kostet auch extra.