Krebsliga kritisiert Behandlungspraxis

Krebspatienten werden immer häufiger mit Medikamenten behandelt, die anders dosiert oder in einer anderen Art verabreicht werden, als sie zugelassen sind. Dieser «Off-Label-Use» führe zu einer ungerechten Behandlung der Krebspatienten, mahnt die Krebsliga Schweiz.

Hand mit Infusion

Bildlegende: Krebsmedikamente werden vor allem bei seltenen Krebsarten und bei Kindern häufig anders als zugelasssen verwendet. Colourbox

Beim «Off-Label-Use» (OLU) entscheiden die Versicherer, ob und in welchem Umfang sie das Medikament vergüten. Laut einer heute in Bern vorgestellten Studie beklagen Ärzte und Patientenorganisationen, dass die Versicherer auch in vergleichbaren Fällen unterschiedlich entscheiden und damit Patienten ungleich behandeln würden.

Die heutige Situation stelle für Ärzte und Patienten ein finanzielles Risiko, aber auch eine emotionale Belastung dar, heisst es in der Studie, die das Forschungsbüro INFRAS im Auftrag der Krebsliga durchgeführt hat. Zudem führe sie bei den Ärzten zu Rechtsunsicherheit und administrativem Mehraufwand.

Obwohl verlässliche Zahlen zur Entwicklung von OLU fehlten, sei Handlungsbedarf gerechtfertigt, schreiben die Autoren der Studie. Denn OLU betreffe mehr als nur Einzelfälle und die heutige Regulierung sei so angelegt, dass vergleichbare Fälle je nach Versicherer und beteiligten Akteuren unterschiedlich entschieden werden können.

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