Medikamenteneinnahme – Überblick ist alles

Je komplexer die Erkrankung, desto zahlreicher die Medikamente: nicht einfach, da den Überblick zu behalten.

Eine Medikamentenbox mit Inhalt auf einem Medikamenten-Einnahmeplan.

Bildlegende: Vorsortierte Tabletten helfen, den Überblick zu behalten. imago

Höheres Alter, mehr Medikamente: Je komplexer die Krankheiten sind, desto zahlreicher die Medikamente. Gar nicht so einfach, da noch den Überblick zu behalten, ob die kleine rote Pille jetzt morgens oder abends, nüchtern oder nicht eingenommen werden soll, und vom den bläulichen Kapseln dann zwei nach dem Aufstehen – oder war`s doch eher vor dem Zubettgehen?

Dass der Patient seine Medikamente nach Vorschrift einnimmt, ist auch für den Arzt eine schwierige Aufgabe. Für Hausarzt Christoph Stirnimann heisst das: «Wir geben die Verantwortung jeden Tag aus der Hand.» Der Patient sei schlussendlich selber dafür verantwortlich, dass er die Medikamente richtig einnimmt. Ärzte können lediglich Hilfestellungen bieten.

Merkzettel unterstützen

Das Wichtigste dabei ist, dass der Patient weiss, wofür – oder wogegen – das jeweilige Medikament gedacht ist. Entschliesst sich ein Patient trotzdem, auf eigene Faust ein Medikament wegzulassen, sollte er das seinem Arzt sagen, damit sie gemeinsam eine optimale Strategie nach den Bedürfnissen des Patienten finden. «Sonst meint der Arzt, das Medikament hilft nicht und sucht am falschen Ort nach Lösungen», sagt Christoph Stirnimann.

Wichtig ist auch, dass Arzt und Patient eine Struktur schaffen, die klar macht, welche Medikamente es am Morgen gibt, welche am Mittag oder am Abend. Besonders wichtig ist das, wenn Patienten sich aus gesundheitlichen Gründen schwer damit tun, sich solche Informationen zu merken. «Ich gebe dem Patienten dann gerne eine Dosierungskarte mit – ein Blatt Papier, auf dem der Patient sieht, welche Medikamente er wann einnehmen muss oder bei welchen Voraussetzungen er sie einnehmen sollte», berichtet Christoph Stirnimann.

Hat der Patient dagegen Schwierigkeiten mit dem Lesen, kann man ihm Medikamenten-Boxen mitgeben, in die Angehörige oder die Spitex genau die Tagesdosis aufteilen.