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Gesundheitswesen Neue Hausärzte braucht das Land

Der Hausarzt-Nachwuchs in der Schweiz ist rar – speziell in ländlichen Gebieten. Verschiedene Ansätze sollen nun den Medizinstudenten den Beruf schmackhaft machen.

Bücherregal einer Aztpraxis
Legende: In der Schweiz fehlt es vor allem an Hausärzten. Keystone

In der Schweiz werden zu wenig Mediziner ausgebildet. Fast jeder dritte Arzt hat sein Diplom im Ausland erlangt. Besonders angespannt ist die Lage bei den Hausärzten.

Von den 5000 jungen Menschen, die diesen Herbst ein Medizinstudium beginnen, peilen nur die wenigsten den Hausarztberuf an, sondern fühlen sich vielmehr von zunächst spektakulärer klingenden Fachbereichen wie der Neurologie oder Kardiologie angezogen – auch wegen der attraktiveren Arbeitsbedingungen und der besseren Entlöhnung. 2008 gaben zwölf Prozent der Medizinstudierenden in Basel an, Hausarzt werden zu wollen.

Medizinische Versorgung in Schieflage

Doch damit gerät die medizinische Versorgung der Bevölkerung durch Hausärzte in die Schieflage. Fast die Hälfte der Schweizer Grundversorger ist bereits 55 Jahre oder älter. In den nächsten zehn Jahren rollt also eine Welle der Pensionierung von Hausärzten auf uns zu. Mehr Praktikaplätze in Hausarztpraxen sollen das Interesse der Jungen fördern.

Insbesonders ländliche Gebiete und die Bergregionen tun sich schwer, medizinischen Nachwuchs in ihre Gemeinden zu locken. Doch inzwischen ist der Ärztemangel sogar in den Städten angekommen. Mit ein Grund dafür könnte sein, dass junge Mediziner ihre Arbeit nicht mehr als hauptsächlichen Lebensinhalt betrachten und deshalb auch nicht, wie besonders bei Landärzten üblich, fast rund um die Uhr abrufbereit sein möchten. Die Mitarbeit in Gemeinschaftspraxen ist, wenn schon, das Ziel – doch wie Ärzte für eine solche Praxis finden, wenn bereits nicht einmal ein einziger bereit ist, für die Arbeit aufs Land zu ziehen? Doch sieben von zehn Medizinstudenten sind weiblich und wollen spätestens, wenn sie selbst Familie haben, Teilzeit arbeiten.

Nicht alle jedoch lassen sich abschrecken: Im «Rendez-vous» auf Radio SRF 1 erklären eine Medizinstudentin und ein Hausarzt, der bereits seit 30 Jahren im Amt ist, warum ihr Beruf dennoch der spannendste der Welt ist.

8 Kommentare

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  • Kommentar von Florian Sarkar, Balsthal
    Vielleicht sollte man die Weiterbildungsplätze für bestimmte Spezialisierungen einfach begrenzen. Es kann nicht sein, dass jeder einfach Spezialist wird, weil es dann mehr zu verdienen gibt. Ausserdem ist die Tatsache, dass immer mehr Patienten im Spital landen ein Zeichen, dass in der Grundversorgung etwas schiefläuft. Dort wurstelt jeder für sich allein mit der Folge, dass die Qualität der Behandlung mehr oder weniger Zufall ist. Man sollte die Leistungserbringer nach Qualität vergüten.
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  • Kommentar von jean passant, thun
    Teil II: Leider hat sich SRF nicht die Mühe genommen richtig zu recherchieren. Man muss nicht vor allem eine angehende Ärztin fragen, sondern sich in ein Spital begeben und dort längere Zeit nachforschen. Es besteht ein genereller Ärztemangel. Stellen, die früher für fortgeschrittene und sehr gute Bewerber gedacht waren, werden heute von Anfängerinnen besetzt, die eigentlich nur die nächsten Ferien und etwas weiter hinaus die eigene Reproduktion planen. Die Medizin ist in einem grossen Umbruch..
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  • Kommentar von jean passant, thun
    Teil I: Die Probleme sind vor allem in der Facharztausbildung. Die Assistenzärztinnen absolvieren diese ohne jeden Konkurrenzdruck. Jede, die sich nicht gerade völlig daneben aufführt kann diese Stufe durchlaufen, und sobald dies der Fall ist, kommen die Schwangerschaften. Die jungen Frauen sind für den Hausärztinnen Beruf gar nicht gerüstet, da sie viel zu wenige Patienten gesehen und behandelt haben.
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