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Gesundheitswesen Unser täglich Aspirin gib uns heute

Studien zeigen: Aspirin wirkt bei der Krebsvorsorge. Die regelmässige Einnahme hat aber auch ihre Schattenseiten. Wer daran interessiert ist, bespricht dies deshalb besser erst mit seinem Hausarzt.

Seit Jahren wird weltweit geforscht, ob Aspirin, beziehungsweise der Wirkstoff Acetylsalicyslsäure (ASS) das Risiko auf Krebs minimieren kann. Weltweite Studien kommen zum selben Schluss: Eine regelmässige niedrigdosierte Dosis Aspirin kann das Risiko senken, an verschiedenen Krebsen zu erkranken.

Mögliche Nebenwirkungen von niedrig dosiertem Aspirin (100 mg / 300 mg):

  • Häufig: Magen-Darm- Beschwerden wie Sodbrennen, Übelkeit und Erbrechen, Bauchschmerzen, Durchfall, geringfügige Blutverluste aus dem Magen-Darm-Bereich (Mikroblutungen).
  • Selten: Magen-Darm- Durchbruch, Schwerwiegende Hirn- und Magenblutungen, Anfälle von Atemnot.

Laut einer aktuellen Studie des renommierten Massachusetts General Hospitals in Boston ist es besonders wirksam bei Darmkrebs. Rund 130'000 Personen haben bis zu 32 Jahre lang regelmässig niedrig dosiertes Aspirin (80 bis 120 mg) konsumiert.

Dabei sank das Risiko an Darmkrebs zu erkranken bei denen die es regelmässig eingenommen haben um bis zu 19 Prozent. Andere Studien haben auch bei Brust- und Magenkrebs einen Schutzeffekt des Aspirins festgestellt.

US-Ärzte empfehlen Dauerkonsum

Die Debatte über den Dauerkonsum von niedrig dosiertem Aspirin zur Krebsbekämpfung läuft in den USA schon seit Jahren. Letztes Jahr forderten Ärzte erstmals Aspirin für alle ab 45 – als Prävention gegen Krebs. Das Aspirin soll ähnlich zum Einsatz kommen wie man dies seit Jahren nach einem Herzinfarkt einsetzt: Herzinfarkt-Patienten schlucken täglich zur Blutverdünnung niedrig dosiertes Aspirin.

Schweizer Ärzte skeptisch

Der Präventivmediziner Milo Puhan der Universität Zürich hält von einer Generalisierung nicht viel. Zwar ist er überzeugt, dass die Vorteile des niedrig dosierten Aspirins gegenüber Nachteilen wie möglichen Magenblutungen überwiegen. Dennoch könne man nicht alles über einen Leisten schlagen.

«Ich empfehle eine genaue Abklärung beim Hausarzt. Dieser wägt mit dem Patienten das individuelle Risiko einer Magenblutung mit dem Risiko an Krebs zu erkranken ab. Auch Faktoren, ob der Betroffene raucht oder übergewichtig ist fliessen in die Beurteilung ein. Die Einnahme von Aspirin zur Krebsvorsorge in Eigenregie lehne ich ab.»

10 Kommentare

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  • Kommentar von Nicola Harrison, Nussbaumen
    Dr. Michael Greger, Arzt, New York Times Autor und international anerkannter Sprecher über Ernährung, Nahrungssicherheit und öffentliche Gesundheitsthemen offeriert auf "NutritionFacts.org" allgemeinbildende Antworten: http://nutritionfacts.org/?s=aspirin
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  • Kommentar von H. Müller, Zürich
    Die Häufigkeit einiger Krebsarten sinken. Hat man auch überprüft, ob andere Krebsarten oder Krankheiten häufiger auftreten? Medikamente vermögen v. a. die Krankheitsbilder zu verschieben, eine Abnahme der Gesamterkrankungen ist nicht festzustellen. Aspirin zerstört allerdings die Blutplättchen und legt die primäre Infektabwehr lahm. Für Kinder und Jugendliche mit Virusinfektion kann dies brandgefährlich bis tödlich sein und ist für Erwachsene mindestens mit verschleppten Infektionen verbunden.
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  • Kommentar von Franz NANNI, Nelspruit SA
    Noch was, die Schweizer Aerzte seien eher skeptisch... das stimmt doch gar nicht, das sind einige Gruene und Alternative, aber die fuehrenden Professoren und Chefaerzte im Bereich Kardio (Herz) befuerworten es allemal! Und die Moeglichkeit der Protektion gegen einige Krebsarten ist doch positiv. ... Magenblutungen bei diesen Dosen .. wenn, dann aus anderen Gruenden. Uebrigens, eine Dosiserhoehung wirkt nicht besser sondern ist Kontraproduktiv....
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