«Unsere Kernaufgabe ist die Sicherheit der Patienten»

Verteidiger des Heilmittelgesetzes und doch immer wieder auch in der Kritik: Swissmedic-Direktor Jürg Schnetzer nimmt zu den letzten Aktivitäten der Arzneimittel-Behörde Stellung und beleuchtet pointiert die Hintergründe ihrer Tätigkeit.

Erfolg vor dem Bundesgericht und Razzias in drei Kantonen: Die normalerweise im Hintergrund tätige Arzneimittelbehörde Swissmedic sorgte Ende September gleich zwei Mal für Aufsehen.

  • Das Bundesgericht hatte die Beschwerden von Swissmedic und des Apothekerverbands Pharmasuisse gegen einen Entscheid des Thurgauer Verwaltungsgerichts gutgeheissen. Für den Versand eines rezeptfreien Medikaments muss somit ein ärztliches Rezept vorliegen – was das Aus für den Versandhandel mit Medikamenten bedeuten dürfte.
  • In Zusammenarbeit mit der Polizei, der Staatsanwaltschaft Limmattal/Albis sowie den italienischen Behörden ging Swissmedic mit einer grossen Razzia gegen umstrittene Behandlungen mit menschlichem Zellmaterial vor. Früher dieses Jahr war Swissmedic ähnlich entschieden gegen Frischzellen-Behandlungen vorgegangen.

Die Aktivitäten brachten der Behörde nicht nur Applaus ein: So wird das faktische Aus für Online-Versandapotheken auch als weltfremd und konsumentenfeindlich kritisiert. Und im Kontext der lukrativen Verjüngungskuren wird die tatsächlich davon ausgehende Gefahr und die Verhältnismässigkeit der Swissmedic-Reaktion in Frage gestellt.

Wie geht Swissmedic mit dem Erwartungsdruck um, der seitens der Öffentlichkeit und der Pharmabranche auf der Behörde lastet? Wie wird sichergestellt, dass das Swissmedic-Expertengremium kompetent ist und trotz Verflechtungen mit der Pharma unabhängig bleibt? Swissmedic-Direktor Jürg Schnetzer nimmt in der «Samstags-Rundschau» pointiert Stellung.

Jürg Schnetzer

Porträtfoto von Jürg Schnetzer

Keystone

Jürg Schnetzer ist seit 2007 Direktor der Arzneimittel-Behörde Swissmedic.

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