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Gesundheitswesen «Unsere Kernaufgabe ist die Sicherheit der Patienten»

Verteidiger des Heilmittelgesetzes und doch immer wieder auch in der Kritik: Swissmedic-Direktor Jürg Schnetzer nimmt zu den letzten Aktivitäten der Arzneimittel-Behörde Stellung und beleuchtet pointiert die Hintergründe ihrer Tätigkeit.

Legende: Audio Zu zahm oder zu hart? Swissmedic in der Kritik abspielen. Laufzeit 28:25 Minuten.
28:25 min, aus Samstagsrundschau vom 03.10.2015.

Erfolg vor dem Bundesgericht und Razzias in drei Kantonen: Die normalerweise im Hintergrund tätige Arzneimittelbehörde Swissmedic sorgte Ende September gleich zwei Mal für Aufsehen.

  • Das Bundesgericht hatte die Beschwerden von Swissmedic und des Apothekerverbands Pharmasuisse gegen einen Entscheid des Thurgauer Verwaltungsgerichts gutgeheissen. Für den Versand eines rezeptfreien Medikaments muss somit ein ärztliches Rezept vorliegen – was das Aus für den Versandhandel mit Medikamenten bedeuten dürfte.
  • In Zusammenarbeit mit der Polizei, der Staatsanwaltschaft Limmattal/Albis sowie den italienischen Behörden ging Swissmedic mit einer grossen Razzia gegen umstrittene Behandlungen mit menschlichem Zellmaterial vor. Früher dieses Jahr war Swissmedic ähnlich entschieden gegen Frischzellen-Behandlungen vorgegangen.

Die Aktivitäten brachten der Behörde nicht nur Applaus ein: So wird das faktische Aus für Online-Versandapotheken auch als weltfremd und konsumentenfeindlich kritisiert. Und im Kontext der lukrativen Verjüngungskuren wird die tatsächlich davon ausgehende Gefahr und die Verhältnismässigkeit der Swissmedic-Reaktion in Frage gestellt.

Wie geht Swissmedic mit dem Erwartungsdruck um, der seitens der Öffentlichkeit und der Pharmabranche auf der Behörde lastet? Wie wird sichergestellt, dass das Swissmedic-Expertengremium kompetent ist und trotz Verflechtungen mit der Pharma unabhängig bleibt? Swissmedic-Direktor Jürg Schnetzer nimmt in der «Samstags-Rundschau» pointiert Stellung.

Jürg Schnetzer

Porträtfoto von Jürg Schnetzer
Legende: Keystone

Jürg Schnetzer ist seit 2007 Direktor der Arzneimittel-Behörde Swissmedic.

2 Kommentare

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  • Kommentar von Daniele Schranz, Bern
    Stellen Sie sich mal vor die Menschen würden um 5% gesünder werden. Das wäre für solche Institutionen sowie für die Pharmaindustrie eine Katastrophe. Daran kann man bereits wenn auch nur Ansatzweise erkennen wie "Krank" das Heutige Gesundheitssystem bereits ist.
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  • Kommentar von Elio Haller, 3012 Bern
    Die Swissmedic ist vor Allem dafür besorgt, dass die Medikamenten Preise in der Schweiz unverhältnismässig hoch bleiben. Ein Vergleich zu Preisen im nahen Ausland ist erschreckend: +50% sind gut möglich. Wozu soll das notwendig sein. Wohl nur, um die Geldbeutel der Pharmariesen und deren Manager zu füllen.
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