Vor Wundliegen geschützt und trotzdem ausgeschlafen

Die Dekubitusprophylaxe gehört zum Kerngeschäft in der Pflege. Können sich Patienten nicht mehr selbst umdrehen, müssen Pflegende sie alle paar Stunden umlagern, um Druckgeschwüre zu vermeiden – auch in der Nacht. Ein Bewegungssensor im Bett der Patienten soll Umlagerungen reduzieren.

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Mit Sensoren gegen Druckgeschwüre

5:05 min, aus Puls vom 9.3.2015

Wer körperlich zu stark eingeschränkt ist, um sich im Bett zu bewegen, liegt sich schnell wund. Das möchte man unbedingt vermeiden, denn Druckgeschwüre sind hochgradig pflegeintensiv und schmerzhaft, die offenen Hautstellen können sich entzünden und gerade bei gesundheitlich Gebrechlichen zu schweren Komplikationen führen.

Um das zu vermeiden, lagert das Pflegepersonal Patienten nach einem festgelegten Zeitplan mehrmals um – bei Tag und Nacht. Dies ist einerseits für die Pflegenden körperlich anstrengend. Andererseits bringt die Prozedur die Pflegenden nachts in eine Zwickmühle, denn sie reissen mit dem Umbetten die Patienten regelmässig aus dem Schlaf.

Bewegungssensor zur besseren Schlafüberwachung

Der «Mobility Monitor», ein sogenannter Bewegungssensor im Bett des Patienten, soll helfen. Der Sensor befindet sich unter der Matratze des Patienten und misst die Bewegungen des Schlafenden. Diese Daten überträgt er auf einen Monitor, die das Personal zur Einschätzung des Hautrisikos nutzen kann.

Hat sich der Schlafende zu wenig bewegt, wird das Pflegepersonal per Alarm aufgerufen, den Patienten umzulagern. Bewegt er sich ausreichend, können die Pflegenden den Patienten in Ruhe schlafen lassen, ihre eigenen Kräfte schonen und an die einzelnen Patienten angepasste Umlagerungspläne erstellen.

Eine sechswöchige Evaluation in einer deutschen Senioreneinrichtung hat gezeigt, dass durch den «Mobility Monitor» die Umlagerungen um 41Prozent reduziert werden konnten. Gut 80 Spitäler und Heime in der Schweiz arbeiten inzwischen mit dem sensorbasierten Pflegegerät.

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