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Gesundheitswesen Hightech-Ausbildungszentrum für Chirurgen

Das Universitätsspital Genf will seinen angehenden Chirurgen mehr praxisbezogene Ausbildung bieten. Das ist schweizweit bisher einzigartig.

Legende: Video Besser operieren – Chirurgen-Ausbildung mit Hightech-Simulatoren abspielen. Laufzeit 6:13 Minuten.
Aus Puls vom 15.01.2018.

Während ihrer sechsjährigen Zeit als Assistenzarzt lernen angehende Chirurgen die verschiedenen Eingriffe im Operationssaal durch Zuschauen kennen: Sie schauen dem leitenden Chirurgen, der für sie zugleich die Funktion eines Mentors innehat, über die Schulter. Und Schritt für Schritt und über die Jahre verteilt dürfen sie von der Operation immer mehr selber übernehmen. Dabei ist der leitende Chirurg immer an ihrer Seite, beobachtet, kommentiert, gibt ein Feedback.

Dieses sogenannte Mentor-Verfahren ist Standard in der Ausbildung angehender Chirurgen.

«Learning by Doing»

Das Mentor-System will man auch am Universitätsspital Genf beibehalten. «Aber wir haben begriffen, dass man mehr üben muss», sagt Pierre Hoffmeyer, Chefarzt der Orthopädie am Universitätsspital Genf ausser Dienst. «Es reicht nicht, während Jahren zuzuschauen, um dann endlich mal jemanden operieren zu können, sondern man muss die Abläufe eines Eingriffes selber üben.»

Deshalb hat das Universitätsspital Genf die Swiss Foundation for Innovation and Training in Surgery (SFITS) gegründet, eine Stiftung, die auf zwei Etagen in einem Neubau ein hochmodern ausgestattetes Zentrum auf 2000 Quadratmetern anbietet, in welchem angehende und Chirurgen vom ersten Jahr ihrer Assistenzarztzeit bis zur Facharztprüfung sechs Jahr später jederzeit den Umgang mit Instrumenten und verschiedene Operationsschritte am Simulator und an menschlichen Leichen oder Tierkadavern üben können.

Mentor-System verschwindet nicht

«Das Ziel ist es», so Pierre Hofstetter, der zum Präsident der Stiftung gewählt wurde, «unsere angehenden Chirurgen so zu trainieren, dass dadurch die Sicherheit unserer Patienten gewährleistet wird.»

Das bewährte Mentor-System will man aber natürlich auch in Genf beibehalten. Denn einen Eingriff am lebenden Patienten zu machen ist doch nochmal etwas ganz anderes, als an einer Leiche oder an einem Simulator. Und für die Patienten ist gut zu wissen, dass immer ein erfahrener Chirurg dabei ist.