Asthma - Wenn Erwachsenen die Luft wegbleibt

Einer von zwanzig Erwachsenen in der Schweiz leidet an Asthma. Bei vielen setzt Asthma erst nach dem 30. Lebensjahr ein - auch ohne allergische Vorgeschichte.

Oft beginnt es mit einem trockenen Husten nach dem Sprint bei kalter Luft, einem beklemmenden Gefühl im Brustkasten oder einem fast nicht spürbaren Abbau der Leistungsfähigkeit beim Sport – Anzeichen, die auch auf die Tagesform zurückzuführen sind. Doch manchmal verschwinden sie nicht einfach wieder. Ein Gang zum Hausarzt bringt dann Klarheit. Er klopft und hört die Lunge ab, misst die Ausatemkraft durch die «Peak-Flow-Messung» oder führt eine Spirometrie, eine Lungenfunktionsprüfung durch. Bringt das noch keine abschliessende Klarheit, kann der Arzt noch einen Provokationstest hinzuziehen: Bestimmte Substanzen reizen die Bronchialschleimhaut, die Reaktion wird anschliessend gemessen.

Selbst wenn die Diagnose Asthma fällt – die Symptome, die Häufigkeit der Anfälle und deren Stärke variieren von Fall zu Fall. Typische Merkmale für die chronisch entzündliche Erkrankung sind:

  • Atemnot
  • Pfeifende, keuchende Atmung
  • Kurzatmigkeit
  • Hustenanfälle
  • Angst
  • Beklemmende Erstickungsanfälle mit Husten

Bei Asthma sind die Atemwege überempfindlich, bei einem Anfall verengen sie sich. Das Problem ist dabei weniger das Einatmen als vielmehr das Ausatmen – für frischen Sauerstoff ist dann in den Lungen zunehmend zu wenig Platz und es kommt zur Atemnot. Die  genaue Ursache für die Entstehung des Lungenleidens ist unbekannt - heilbar ist es bislang nicht. Häufig entwickelt es sich bereits im Kindesalter oder als Folge unbehandelter Allergien wie Heuschnupfen durch einen «Etagenwechsel». Zwingend ist das jedoch nicht: Viele erkranken erst nach dem 30. Lebensjahr - ohne jegliche Allergievorgeschichte.

Leben mit Asthma

Ist die Diagnose gestellt, heisst es für die Betroffenen, sich mit der Krankheit auseinanderzusetzen. Asthma ist nicht heilbar, meist aber gut behandelbar. Die klassische Therapie verbindet Medikamente und nicht-medikamentöse Ansätzen. Bei den Medikamenten unterscheidet man «Reliever» als Bedarfsmedikation von «Controllern» für die Dauermedikation. Reliever entspannen die Bronchialmuskulatur und erweitern die verengten Bronchien. Controller dagegen bekämpfen die Entzündung der Atemwege. Für einen nachhaltigen Erfolg müssen die Controller täglich eingenommen werden – auch ohne akute Symptome.

Beide Medikamente sind überwiegend zum Inhalieren. So können sich die Wirkstoffe in der Lunge in höherer Konzentration entfalten und verursachen weniger Nebenwirkungen als zum Beispiel Tabletten.

Eigenregie gefragt

Die nicht-medikamentösen Massnahmen erfolgen in Eigenregie. Grundpfeiler bildet aber die richtige und richtig dosierte Anwendung der Medikamente. Gerade das Inhalieren muss geübt sein. Ausserdem macht die regelmässige Selbstkontrolle mit einem Peak-Flow-Meter (siehe oben) Sinn. Die ermittelten Werte, zusammen mit Auffälligkeiten, werden am besten in einem Asthmatagebuch erfasst. Damit lässt sich dann die spezifische Therapie mit dem Arzt sehr genau abstimmen.

Daneben sind eine gute und abgeklärte Ernährung (zum Beispiel auf bekannte Nahrungsallergene verzichten) wichtig. Übergewicht kann die Lungenfunktion negativ beeinflussten. Auch die Anzahl und Stärke akuter Asthmaanfällen kann dadurch zunehmen.

Bewegung und Sport stärken die Leistungsfähigkeit und Atemmuskulatur – besonders Ausdauersportarten eignen sich gut. Zudem hilft die bessere Wahrnehmung des eigenen Körpers, erste Anzeichen einer Verschlechterung frühzeitig zu erkennen.

Und nicht zuletzt lassen sich verschiedene Strategien für den Fall eines Anfalls erlernen, wie die richtige Sitzhaltung, die das Atmen erleichtert oder bestimmte Atemtechniken.

Video «Arlette Ronge, Physiotherapeutin an der Hochgebirgsklinik Davos, zeigt fünf Stellungen zur Entlastung der Atemmuskulatur» abspielen

Arlette Ronge, Physiotherapeutin an der Hochgebirgsklinik Davo...

2:13 min, vom 31.3.2011

Asthma-Formen

Es werden grundsätzlich zwei Formen von Asthma unterschieden:

  •  allergisches Asthma (extrinsisch)
  • nicht-allergisches Asthma (intrinsisch)

Extrinsisches Asthma entsteht in der Regel aufgrund einer Allergie des Betroffenen. Vor allem unter Kindern und Jugendlichen ist diese Form weit verbreitet, doch auch Erwachsene leiden daran. Wichtige Auslöser sind:

  • Pollen
  • Tierhaare
  • Sporen
  • Haushaltsmittel
  • Arzneibestandteile
  • Hausstaub
  • Insektengifte

Intrinsisches Asthma fasst alle Formen ohne allergische Ursache zusammen. Wichtige Auslöser sind:

  • kalte Luft
  • Tabakrauch
  • Luftverunreinigung
  • Stress
  • körperliche Belastung