Blut spenden, Blutdruck senken

Blut spenden statt Pillen schlucken: Wer regelmässig spendet oder zur Ader lässt, kann seinen Blutdruck damit um bis zu 10 mmHg senken. Erste Resultate einer neuen Studie lassen auf eine neue Therapie gegen Hypertonie hoffen.

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Blutspenden gegen Bluthochdruck

5:11 min, aus Puls vom 25.8.2014

Dass Blutspenden kurzfristig den Blutdruck senken kann, ist nichts Neues. Bisher ging man aber davon aus, dass dieser nützliche Nebeneffekt darauf zurückzuführen ist, dass Volumen entzogen wird, das Blut dünner wird, besser fliesst und der Druck dadurch sinkt. Dieser Effekt hält aber nur kurzfristig an.

Mediziner der Berliner Charité konnten vor zwei Jahren in einer kleinen Studie erstmals nachweisen, dass der blutdrucksenkende Effekt über mehrere Wochen anhält. Weshalb das so ist, konnten die Wissenschaftler nicht endgültig klären. Sie vermuten aber, dass der Eisenspeicher Ferritin eine wichtige Rolle spielt.

Das Ferritin (und damit das Eisen) im Blut kann zu einem erhöhten Blutdruck führen. Nach einem Aderlass oder einer Blutspende sinkt das Ferritin deutlich. Das ergibt einen weiteren positiven Effekt auf den Blutdruck.

Wirkung wie Medikamente

Die damaligen Resultate konnten die Berliner nun in einer noch nicht veröffentlichten neuen Studie mit 292 Hochdruckpatienten bestätigen: Die Patienten kamen vier bis sechs Mal während eines Jahres in die Charité zum Aderlass. Im Durchschnitt sanken die Werte des oberen (systolischen) Blutdrucks um zirka 10 mmHg, die des unteren (diastolischen) um zirka 5 mmHg. Werte, die durchaus mit jenen von Blutdruckmedikamenten vergleichbar sind.

Mit Arzt absprechen

Die Ergebnisse bedeuten allerdings nicht, dass jetzt alle Bluthochdruckpatienten Medikamente abbauen und durch Blutspenden ersetzen können. Noch bleiben Fragen offen. So ist zum Beispiel unklar, für welche Blutdruck-Patienten sich der Aderlass oder die Blutspende speziell eignet. Bei zu niedrigen Eisenwerten dürfte sich die Methode nicht empfehlen.

Ansonsten sind keine negativen Nebenwirkungen der Blutspende bekannt. Wer aber an schwerem Bluthochdruck leidet und mehrere Medikamente dagegen nimmt, darf gar kein Blut spenden. Allenfalls könnte er sich mit dem Hausarzt für einen Aderlass entscheiden.

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