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Körper & Geist «Der Krebs wird uns immer begleiten»

Die WHO prognostiziert einen deutlichen Anstieg der Krebsfälle in den nächsten 20 Jahren. Der Tessiner Krebsspezialist Franco Cavalli differenziert im Interview mit Radio SRF4 News und sagt, was wir vom Kampf gegen den Krebs erwarten dürfen.

Legende: Audio Interview mit Krebsexperte Franco Cavalli abspielen.
3:22 min, aus HeuteMorgen vom 04.02.2014.

Anlässlich des heutigen Weltkrebstages warnt die WHO, dass bis in 20 Jahren jährlich 20 Millionen Menschen an Krebs erkranken werden – 40 Prozent mehr als heute. Franco Cavalli, Krebsspezialist und medizinischer Direktor im Spital Bellinzona, relativiert die Zahlen in der Radiosendung «Heute Morgen» auf SRF4 News: «Es kommt sehr darauf an, wo man lebt. Hierzulande werden die Krebsfälle wohl nur in dem Mass zunehmen, in dem auch unsere Lebenserwartung steigt. In der Dritten Welt hingegen explodiert die Zahl neuer Krebsfälle regelrecht.»

Franco Cavalli vor Bücherwand
Legende: Franco Cavalli, Onkologe und medizinischer Direktor im Spital Bellinzona. Keystone

Zum einen sind sie armutsbedingt und auf hierzulande überwundene Umweltsünden zurückzuführen. Zum anderen spielt die zunehmend westliche Lebensweise in diesen Ländern eine Rolle: Die Verwestlichung der Entwicklungs- und Schwellenländer zieht auch eine Zunahme der für unseren Lebensstil typischen Erkrankungen nach sich.

Die Fortschritte in der Krebsmedizin sind unbestritten. Cavalli: «Ja, wir wissen immer mehr über Krebs und können ihn immer besser behandeln. Aber Krebs irgendwann einmal endgültig zu besiegen, ist eine Utopie. Krebs hat es schon immer gegeben und wird es immer geben – er gehört zu uns.» Das Leben brauche Mutationen, um sich zu entwickeln, und Krebs entsteht meistens durch eine Anhäufung von Mutationen. «Wir können Krebs aber so gut als möglich vorbeugen und so früh wie möglich erkennen.»

Mit bestmöglicher Prävention liessen sich wohl 50 Prozent aller Krebsfälle vermeiden. Und so sei es durchaus denkbar, dass gewisse Krebsdiagnosen einmal kein Todesurteil mehr sind, sondern gleichbedeutend mit einer chronischen Krankheit wie heute Diabetes oder Bluthochdruck.

Eine Perspektive primär der Ersten Welt. Denn auch wenn die Krebsforschung laufend Fortschritte macht und immer neue Medikamente auf den Markt kommen: «Die neuesten und wirksamsten Mittel sind so teuer, dass sie für die ärmeren Länder unerschwinglich sind.»

6 Kommentare

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  • Kommentar von H.Bernoulli, Zürich
    Eine Strategie um die Krebsforschung voranzutreiben wäre, jegliche Patentierung von Krebsmedikamenten abzuschaffen. Jahrzehnte dieser Forschung ergbab letztlich in anbetracht der Kosten (weltweit > 100Mrd./Jahr) miserable Resultate (ausser bei den Gewinnen der Pharmaindustrie). Ein Teil des Geldes, welches die Gesellschaft bei den überteuerten Krebsmedikamenten sparen würde, könnte in eine unabhängige Forschung (frei vom Zwang, patentierbare (!) Substanzen zu erforschen) investiert werden.
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  • Kommentar von H. Bernoulli, Zürich
    In den 30er Jahren hatte Royal Rife eine Methode zur Krebsbehandlung entwickelt, welche noch heute alles in den Schatten stellt. In einer kleinen Studie mit 16 Todkraken Krebspatienten erreichte er eine Heilung von 100%. Danach wurde nichts unterlassen, Royal Rifes Lebenswerk zu zerstören un ihn und seine Anhänger mundtot zu machen. Wann endlich lassen sich die Oncologen nicht mehr von Interessenkreisen an die Nase herumführen? Krebs =v.a. Geldmacherei.
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    1. Antwort von Franz NANNI, Nelspruit SA
      Sie sollten Rife mal Googeln, und mehr lesen als ein Artikelchen.. wenn Sie dann diesen "Chabis" immer noch glauben... na, Glauben macht seelig, aber anderen Menschen Unsicherheit zu bringen kann, im Falle von Krebserkrankung, ein schnellerer Tod sein! Koennen Sie damit leben? Damit leben, Ihren Glauben den Mitmenschen als "Wissen" zu verkaufen...koennen Sie?
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    2. Antwort von H. Bernoulli, Zürich
      @ F. Nanni: gerade was Medizin betrifft, ist das Netz voller Minenfelder! Da gibt es heftige Diskussionen, welche von Menschen geführt werden, welche z.B. nicht schulmedizinische Therapien, Ideen usw. von vornherein ablehnen und einen richtigen Kreuzzug dagegen veranstalten - oft wider besseres Wissen. Über Rife gibt es Bücher, welche über die Situation, sein Leben, diese eine Studie usw. auf der Grundlage von Dokumenten berichten. Es geht nicht um Glauben, sondern um unterdrückte Forschung!
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    3. Antwort von H. Bernoulli, Zürich
      @ F. Nanni: das entscheidende Buch "Die verbotene Krebsheilungen von Barry Lynes" . Das Skandal ist, dass die Arbeiten Rifes nicht schon längst wieder aufgenommen wurden. Angesichts der vielen gescheiterten oder wenig erfolgsversprechenden Therapien - was spricht dagegen die Arbeit von Rife wiederzubeleben und in diese Richtung zu forschen? Ein Versuch wäre es zumindest wert. Verstehe nicht, warum man primär mal gegen Rife wettern kann. Warum eine Chance beiseite lassen und nicht erforschen?
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  • Kommentar von matthias zuber, Rizenbach
    Das finde ich einen ausgezeichneten Beitrag. Es war schon immer eine der herausragenden Stärken von Herrn Cavalli, wesentliche Zusammenhänge in knappen Sätzen verständlich zu machen - jenseits von Polarisierung und Indoktrination.
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