Die Nase, das unterschätzte Sinnesorgan

Unter den menschlichen Sinnesorganen ist die Nase das am meisten unterschätzte – dabei ist sie nicht nur zum Atmen, sondern auch zum Riechen da. Und nicht mehr riechen können, das bedeutet für die Betroffenen auch einen fast vollständigen Verlust des Geschmackssinns.

Video «Nicht mehr riechen – ein grosser Verlust an Lebensqualität» abspielen

Nicht mehr riechen – ein grosser Verlust an Lebensqualität

14 min, aus Puls vom 16.9.2013

Eine feine Nase haben: Was für den frühen Menschen ein Überlebensvorteil war, spielt heutzutage nur noch eine untergeordnete Rolle. Subtile Duftnuancen gehen im Alltag unter, starke Gerüche dominieren unsere Wahrnehmung – im Guten wie im Schlechten.

Wie wir Geruch überhaupt wahrnehmen können, war der Wissenschaft lange ein Rätsel. Mittlerweile ist klar, dass dafür die Riechschleimhaut im oberen Bereich der Nasengänge zuständig ist. Riechhärchen, die zu spezialisierten Sinneszellen gehören, reagieren auf bestimmte Duftmoleküle und leiten die Information durch Riechnerven zum Gehirn, wo der Geruch erkannt und gespeichert wird.

Ohne Riechen kein Schmecken

Auf diese Weise sind wir in der Lage, mehrere tausend Gerüche zu identifizieren und im Gedächtnis zu behalten. Eine Fähigkeit, die sich trainieren lässt und uns nicht nur beim Riechen nützt, sondern auch beim Schmecken – für das man spontan erst mal die Zunge verantwortlich machen würde. Tatsächlich vermag diese aber nur zwischen «süss», «sauer», «salzig», «scharf» und «umami» (Fleischgeschmack) zu unterscheiden. Das spezifische Aroma einer Speise und all die feinen geschmacklichen Zwischentöne erschliessen sich uns erst dank der Riechschleimhaut, und zwar durch die Luft, die durch den Rachen in die Nase gelangt.

Wie sich der Verlust des Geruchssinns auf das Schmecken auswirkt, lässt sich einfach nachvollziehen: Halten Sie sich vor und beim Trinken eines Glases Wein oder Limonade einfach einmal die Nase zu.

Ätherische Öle nützen, können aber auch schaden

Video «Aromatherapie» abspielen

Aromatherapie

3:24 min, aus Puls vom 14.4.2008

Gerüche entscheiden aber nicht nur, ob wir eine Speise mögen oder nicht, sie haben auch grossen Einfluss auf unser Gefühlsleben, können Emotionen und Erinnerungen, Sympathie oder Antipathie hervorrufen und sogar Heilungsprozesse fördern.

Die komplementärmedizinische Aromatherapie – ein Teilbereich der Phytotherapie – macht sich dies zunutze, indem mit ätherischen Ölen Körper und Psyche in positiver Weise beeinflusst werden. Dafür kann auf ein breites Spektrum von Heilpflanzen und inneren wie äusseren Anwendungen zurückgegriffen werden.

Damit nicht vergleichbar sind die Entspannungsbäder, Öle, Duftkerzen, Duftlämpchen, Raumparfüms & Co., die im Handel frei erhältlich sind und gerne im Übermass verwendet werden. Hier lohnt es sich, einige Punkte zu beachten:

  • Babies und Kleinkinder nicht mit ätherischen Ölen behandeln. Epileptiker sollten davon ebenfalls eher absehen.
  • Die Verträglichkeit eines ätherischen Öls vor der erstmaligen Verwendung mit einer geringen Dosis testen.
  • Raumparfüms, Duftkerzen, duftende Öllämpchen und Räucherstäbchen nur gezielt und zeitlich begrenzt einsetzen. Danach, spätestens vor dem Zubettgehen, die Räume kräftig stosslüften.
  • Geruchsprobleme nicht mit Raumdüften überdecken, sondern durch Massnahmen an der Quelle bekämpfen. Sie könnten auch auf eine ungesunde Wohnsituation hinweisen, die zum Beispiel durch Feuchtigkeitsprobleme, Schimmel oder Lösemittelemissionen verursacht wird.

Sendung zu diesem Artikel