Forscher fordern: Blutdruck früher senken!

Englische Studie zeigt Vorteile einer offensiveren Nutzung von blutdrucksenkenden Medikamenten bei Patienten mit hohem Herzinfarkt- oder Schlaganfallrisiko.

Der Schlauch eines Bludruckmessgeräts ist zu einem Herz geformt, darin sind farbige Tabletten aufgereiht.

Bildlegende: Englische Forscher plädieren dafür, blutdrucksenkende Medikamente offensiver einzusetzen. imago

Dabei spiele es keine Rolle, ob der Blutdruck erhöht sei, schreiben die Mediziner in der Fachzeitschrift «The Lancet». Der Grenzwert von 140 mmHg beim systolischen Blutdruck für die Behandlung mit Tabletten sei zu hoch.

Das Team um Kazem Rahimi vom George Institute for Global Health an der britischen Universität Oxford wertete 123 Studien mit insgesamt über 600'000 Patienten aus. Das Fazit der Forscher: Wird der systolische Blutdruck um 10 mmHg gesenkt, verringert sich das Risiko für grössere kardiovaskuläre Ereignisse um ein Fünftel, für Schlaganfälle und Herzversagen um ein Viertel und das Sterberisiko um 13 Prozent. Das gelte auch, wenn der Blutdruck vor Beginn der Behandlung unter 130 mmHg gelegen habe.

Laut «The Lancet» betrifft erhöhter Blutdruck mehr als eine Milliarde Menschen weltweit und ist die Ursache für 9,4 Millionen Todesfälle pro Jahr. Damit verbunden ist ein erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Schlaganfall, koronare Herzerkrankung und Herzinsuffizienz.