Frauen sprechen tiefer als man meint

Leipziger Langzeitstudie zeigt: Frauen haben andere Stimmlagen als bislang angenommen.

Zwei Frauen unterhalten sich.

Bildlegende: Entgegen der landläufigen Annahme liegt die Frauenstimme nur ungefähr eine halbe Oktave über der von Männern. imago

Frauen sprechen tiefer als bislang angenommen. Das geht aus einer Studie des Leipziger Forschungszentrums für Zivilisationserkrankungen hervor: «In der eingängigen Fachliteratur ist bislang ausgewiesen, dass Frauen etwa eine Oktave höher sprechen als Männer», sagte Christoph Engel vom Leipziger Institut für medizinische Informatik und Statistik. Es habe sich herausgestellt, dass Frauen ihre Stimme deutlich tiefer einsetzen. Sie liege nur ungefähr eine halbe Oktave über der von Männern.

In der LIFE-Studie mit 10'000 Teilnehmern aus der Region Leipzig habe es phoniatrische Untersuchungen von 2500 Probanden gegeben, sagte Engel. «Wir konnten damit weltweit erstmals bei einer so grossen Gruppe die Normwerte von Stimmen ermitteln.»

Absicht oder nicht?

Ob Frauen bewusst ihre Stimme tiefer legen oder ob es hormonelle Ursachen gibt, müsse noch erforscht werden. Die Werte seien wichtige Parameter für die klinische Bewertung von Stimmstörungen. Die Phoniatrie beschäftigt sich unter anderem mit Problemen der Stimme und des Sprechens.

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