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Körper & Geist Hypertonie - Blutdruck-Medikamente besser am Abend einnehmen?

Schätzungsweise jede vierte erwachsene Person in der Schweiz leidet an Bluthochdruck – das sind rund 1,5 Millionen Menschen. Sehr viele von ihnen schlucken deswegen Medikamente – meist morgens. Doch ist das der richtige Zeitpunkt? Nein, sagt eine neue Studie.

Legende: Video Blutdruck-Medikamente besser am Abend einnehmen? abspielen. Laufzeit 05:17 Minuten.
Aus Puls vom 13.02.2012.

Bluthochdruck spürt man nicht, er verursacht meist keine Beschwerden und kann dennoch fatale Folgen haben: Hypertonie ist einer der grössten Risikofaktoren für Hirnschlag, Herzinfarkt, Angina pectoris, Herzschwäche (Herzinsuffizienz) oder Nierenschäden. Deshalb gehen viele Betroffene mit sogenannten Antihypertensiva dagegen an. Ein Blick in den Beipackzettel zeigt: Der empfohlene Einnahmezeitpunkt ist morgens – so raten es auch die meisten Ärzte seit Jahrzehnten.

Weniger Infarkte und Schlaganfälle

Nun haben sich spanische Wissenschaftler die Frage nach dem Sinn der morgendlichen Tablette gestellt und nach einer ersten Studie vor einigen Jahren nun eine zweite aufgesetzt. Dafür teilten sie über 650 vergleichbare Patienten in zwei Gruppen ein, die entweder wie gehabt ihre Medikamente morgens oder mindestens ein Medikament neu am Abend einnahmen.

Das Resultat ist für die gängige Praxis wenig schmeichelhaft. Patienten, die ihre Medikamente abends schluckten, hatten während der Nacht einen deutlich niedrigeren Blutdruck. Das ist insofern wichtig, als bereits ein 5mmHg niedrigerer Blutdruck in der Nacht das Herzinfarkt- sowie Schlaganfall-Risiko um 14 Prozent senkt.

Nicht ohne ärztlichen Rat umstellen

So klar die Aussage der Studie ist: Patienten sollten unter keinen Umständen von sich aus den Zeitpunkt der Medikamenteneinnahme umstellen. Denn die Resultate gelten nicht automatisch für alle Hochdruckpatienten. Gewissen Patientengruppen kann eine Umstellung je nach Ausprägung der Erkrankung und Medikament mehr schaden als nützen. Darum empfiehlt es sich, beim nächsten Arztbesuch das Thema anzusprechen und die Therapie dann - evtl. nach einer 24-Stunden-Blutdruckmessung - unter Umständen anzupassen.

1 Kommentar

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  • Kommentar von René Kistler, Reichenburg
    Ich habe gerade ein Aorta-Herzklappen-OP hinter mir. Mir geht es glänzend. Einziges Uebel, Verstopfung, Durchfall, und sehr viel Luft. Nach der OP war ich einen Monat zur Erholung. Ein Jahr nach der OP habe ich ein leicht erhöhter Blutdruck 140-159 zu 90-99. Meine Aerztin verschreibt mir Valsartan Actavis 160mg, Muss ich diese Tabletten wirklich immer einnehmen? Jetzt messe ich 124/72/70 und 118/68/70. Kennen sie die Cochran Studie?
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