Jede Nabelschnur hat ihr eigenes «Gesicht»

Der Querschnitt einer Nabelschnur erinnert an ein Gesicht. Die Entdeckung einer Pathologin wird am Kantonsspital Aarau zu Erinnerungszwecken genutzt.

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Nabelschnur-Smiley

0:30 min, aus Puls vom 15.9.2014

Seit Juli 2014 hat das Kantonsspital Aarau eine neue Attraktion: Frauen können einen Querschnitt der Nabelschnur ihres Kindes mitnehmen. Dieses sieht in vielen Fällen aus wie eine Art «Gesicht». Zwei Arterien und eine Vene durchziehen das Organ, das für die Versorgung des Kindes während der Schwangerschaft zuständig ist – ergibt einen Smiley mit zwei Augen und einen Mund.

«Die Familien freuen sich über das persönliche Bild und schätzen das neue Angebot sehr», weiss Dr. Monya Todesco, Chefärztin der Geburtshilfe und Perinatalmedizin. Für sie sei es immer wieder erstaunlich, dass die Bilder genauso individuell wie die Kinder sind. Der Gewebeschnitt wird von Pathologen des Kantonsspitals durchgeführt und in einem Passepartout gerahmt. «Wir werden aber nur auf Wunsch der Frauen tätig», erklärt Prof. Rainer Grobholz, Chefarzt der Pathologie am Kantonsspital Aarau den Ablauf.

Die gesichtsartige Anordnung der drei Blutgefässe war einer ärztlichen Mitarbeiterin bei der Arbeit aufgefallen. «Bei unseren Untersuchungen des Mutterkuchens wird auch die Nabelschnur auf Entzündungszeichen und Reifegrad analysiert». Grobholz und sein Team entschieden sich zusammen mit der Geburtsklinik, diese «Entdeckung» den Müttern zum Selbstkostenpreis von 60 Franken anzubieten.

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