Karpaltunnelsyndrom – Expertenstreit um die beste OP

Kribbeln und Schmerzen in der Hand, vor allem nachts: Ärzte raten beim Karpaltunnelsyndrom zur Operation. Nur zu welcher?

Das Karpaltunnelsyndrom ist ein sogenanntes Nervenengpass-Syndrom in der Hand. Der Karpaltunnel ist ein Kanal an der Innenseite des Handgelenkes. Darin liegt unter anderem der Nerv, der zu Daumen, Zeigfinger und Mittelfinger führt.

Wird es in diesem Kanal zu eng, drückt dies auf den Nerv. Die Ursache für die Einengung ist oft nicht bekannt. Rheuma oder Gicht beispielsweise können das Gewebe um die Handsehnen, die ebenfalls im Kanal verlaufen, anschwellen lassen. Auch Tumore können auf den Nerv drücken.

Frauen sind häufiger betroffen als Männer. Das Leiden taucht oft in der zweiten Lebenshälfte, zwischen 40 und 70 auf. Wartet man bei Kribbeln und Schmerzen in der Hand sowie Taubheitsgefühlen mit der Behandlung zu lange, wird der Nerv unwiederbringlich geschädigt. Massive Bewegungseinschränkungen der Hand können die langfristige Folge sein.

Wie wird behandelt?

Dem versucht der Arzt mit konservativen Behandlungsmassnahmen entgegenzusteuern. Eine Handgelenksschiene stellt die Hand ruhig. Dabei wird das Handgelenk in eine Position gebracht, die den grösstmöglichen Querschnitt des Karpalkanals garantiert. Darüber hinaus kann ein Versuch mit kortisonhaltigen Injektionen ins Gelenk gestartet werden, die die Entzündungen eindämmen sollen. Beides macht jedoch nur in einem frühen Stadium Sinn, oder aber dann, wenn die Probleme in der Schwangerschaft auftreten.

Führen die konservativen Massnahmen nicht zum Erfolg, wird ein operativer Eingriff notwendig. In der Schweiz werden jährlich ca. 20'000 Eingriffe gemacht, bei denen der Karpaltunnel gespalten wird um dem Nerv wieder Platz zu verschaffen. Hier gibt es zwei Varianten – für beide gibt es Pro- und Contra-Argumente:

  • Die offene Operation, bei der an der Handinnenfläche ein ca. drei bis vier Zentimeter langer Schnitt gemacht wird. Die Hand wird offen gelegt und der Karpaltunnel wird unter Sicht gespalten, damit der Nerv wieder mehr Platz hat.
  • Bei der geschlossenen, endoskopischen Variante wird im Handgelenk ein kleiner Schnitt gemacht und ein Messer direkt in den Kanal eingeführt. Der Kanal wird von innen eröffnet.

Sendung zu diesem Artikel