Leberzirrhose – Nicht nur der Alkohol ist schuld

Lange hiess es: Alkoholiker erleiden früher oder später eine Leberzirrhose. Das stimmt so nicht. Nicht jede Alkoholikerleber geht zu Grunde. Ein Forschungsteam mit Schweizer Beteiligung fand heraus: Auch die Gene spielen eine entscheidende Rolle.

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Leberzirrhose auch genetisch

0:30 min, aus Puls vom 16.11.2015

Zu viel Alkohol allein genügt nicht, um eine Leberzirrhose zu entwickeln. Gemäss einer Studie mit Beteiligung des Universitätsspitals Zürich, haben Menschen eine unterschiedliche Veranlagung, ob und wie stark sie alkoholbedingte Leberschäden entwickeln oder nicht. Die Forscher aus der Schweiz, Deutschland, Österreich, Belgien und England haben herausgefunden, dass Varianten dreier Gene die Gefahr einer Leberzirrhose steigern. Sie hatten die Daten von über 4000 Alkoholkranken mit und ohne Leberzirrhose untersucht. «Menschen mit bestimmten Genvarianten haben ein fünf- bis zehnfach erhöhtes Risiko, eine Leberzirrhose zu entwickeln», sagt Felix Stickel, Gastroenterologe und Hepatologe am Universitätsspital Zürich.

Besseres Verständnis

Die Forscher erhoffen sich von ihrer Entdeckung, besonders gefährdete Menschen künftig früh identifizieren und den Entstehungsprozess einer Leberzirrhose besser verstehen zu können. Längerfristig liessen sich eventuell auch Therapien entwickeln, mit denen sich der Krankheitsverlauf aufhalten liesse, hofft Felix Stickel.

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