Niedriger Blutdruck – Die Schattenseite der Wärme

Kreislaufprobleme entstehen oft, wenn Hitze das Herz-Kreislaufsystem strapaziert. Gefährdet sind vor allem chronisch Kranke, Senioren und Säuglinge.

Der Körper reagiert sensibel auf Hitze: Der Blutdruck sinkt, da die Blutgefässe sich bei hohen Temperaturen weiten, um die Wärme besser abgeben zu können. Das Gleiche passiert, wenn man zu wenig Flüssigkeit zu sich nimmt. Dadurch zirkuliert das Blut schlechter. Kopfschmerzen, Müdigkeit, Übelkeit und Schwindel können die Folgen sein.

«Der niedrige Blutdruck ist zwar unangenehm, aber kein Gesundheitsrisiko», sagt Bernhard Meier, Professor für Kardiologie am Inselspital Bern. «Allerdings kann er das Risiko, einen Unfall zu verursachen, zum Beispiel indem man die Treppe runterstürzt, weil einem schwarz vor Augen wird, erhöhen.»

Senioren und Säuglinge besonders betroffen

Besonders gefährdet sind chronisch Kranke, Senioren und Säuglinge. «Bei Säuglingen und Kleinkindern hat das den Grund, dass ihre Körper eine relativ kleine Hautoberfläche haben – verglichen mit Erwachsenen, die mehr Fläche haben, über die sie durch Schwitzen Wärme abgeben können», erklärt Hausarzt Adrian Grunder aus Eglisau. Bei älteren Menschen dagegen funktioniere einfach das Temperaturmanagement nicht mehr so gut, «unter anderem auch dadurch, dass das Durstgefühl im Alter abnimmt und die Menschen dann zu wenig trinken», sagt Adrian Grunder. Chronisch Kranke sind bereits geschwächt, für sie sind hohe Temperaturen dann eine zusätzliche Belastung.

Trinken, trinken, trinken

Um Kreislaufprobleme bei Hitze im Vorfeld zu verhindern, empfiehlt es sich, den ganzen Tag über viel Wasser zu trinken. Ältere Menschen sollten sich durch Rituale wie beispielsweise mindestens ein grosses Glas Wasser zu jeder Mahlzeit, zum Trinken zwingen. Von alkoholischen Getränken sollte man lieber die Finger lassen, denn die erweitern die Blutgefässe zusätzlich und lassen den Blutdruck noch weiter absacken.

Wenn man Kreislaufprobleme bei Hitze verspürt, ist es ratsam, die Beine hochzulegen, um so den Kreislauf wieder anzukurbeln. Überflüssige warme Kleider sollte man ablegen. Auch das Besprühen des Gesichts und des Körpers mit kaltem Wasser kann neben dem Trinken von Wasser für Abkühlung sorgen. Tritt keine Besserung ein oder kommt es sogar zur Ohnmacht, ist ein Arztbesuch Pflicht.

So halten Sie Ihren Kreislauf in Schwung

  • Mehr als die ein bis zwei Liter trinken, die bei normalen Temperaturen empfohlen sind.
  • Salzige Speisen essen: Kalorienmässig eignen sich Salzstängeli hervorragend. Sie sind salzig, haben aber nicht viel Fett. Man kann sie am Morgen essen, zum Beispiel zum Znüni und vor der Gartenarbeit, bei der einem beim Aufstehen nach dem Jäten schwindlig wird.
  • Kalte Suppen eignen sich hervorragend. Sie versorgen den Körper mit Salz und mit Flüssigkeit.
  • Alles ein bisschen ruhiger angehen.