Ohne Durchfall durch die Ferien

«Montezumas Rache» droht gerade in den schönsten Wochen des Jahres: Eine Unaufmerksamkeit kann schon ausreichen, dass man sich gründlich den Magen verdirbt. Das lässt sich vermeiden.

Gegen Reisedurchfall hilft am besten die Faustregel «Cook it, peel it or leave it»: Nahrungsmittel kochen, schälen oder nicht essen.

Auch dem Wasser kommt eine wichtige Rolle zu: Gerade in warmen Ländern sollte es abgekocht sein oder frisch aus der noch versiegelten Flasche kommen. Das empfiehlt sich auch fürs Zähneputzen.

Da derlei Hygienemassnahmen inzwischen geläufig sind und auch in Hotels eingehalten werden, sind Durchfallerkrankungen unter Urlaubern heute wesentlich seltener geworden also noch vor zehn Jahren.

Gesunden Menschenverstand walten lassen

Der gesunde Menschenverstand ist dabei ein guter Massstab. Wenn Speisen gut aussehen und gut zubereitet sind und man möglicherweise sogar zuschauen, wie sie zubereitet werden, sind sie in der Regel auch in Ordnung.

Vielfach verderben sich beispielsweise Thailand-Urlauber ihren Magen eher im Hotel, als wenn sie sich an Garküchen am Wegesrand bedienen, wo sie die Zutaten bereits im Rohzustand inspizieren und dann sogar dem Koch bei der frischen Zubereitung zusehen können.

Quellen für Erreger können insbesondere folgende Lebensmittel sein:

  • Eiswürfel
  • Speiseeis
  • Rohe oder halbgegarte Speisen (besonders Meeresfrüchte, Fisch, Eier, Fleisch und Geflügel)
  • Sossen
  • Salate

Was am Durchfall schuld ist

Ursache für Durchfall sind meist Salmonellen oder Coli-Bakterien. Sie besiedeln die Darmschleimhaut, die dann der Aufgabe nicht mehr richtig nachkommen kann, Wasser aus dem Nahrungsbrei aufzunehmen. Der Nahrungsbrei ist dadurch flüssiger als gewöhnlich und wird als Durchfall wieder ausgeschieden.

Was dagegen hilft

Von Durchfall oder Diarrhoe spricht man, wenn häufiger als dreimal am Tag ungeformte, breiige oder wässrige Stühle auftreten. Es hilft, viel zu trinken. Drei Liter sollten es in einem solchen Fall für Erwachsene schon sein. Der Eindruck, dass im Akutfall genauso viel wieder herauskommt, wie man zu sich nimmt, trügt übrigens. Deshalb sollte man sich zur Flüssigkeitsaufnahme zwingen, auch wenn einem zunächst nicht danach ist.

Wenn der Durchfall sehr stark ist oder länger als eine Woche anhält, ist ein Arztbesuch angezeigt. Das gilt auch, wenn sich starke Bauchkrämpfe, Blut im Stuhl oder Fieber dazugesellen: Sie könnten auf Amöben oder eine bakterielle Infektion hinweisen.

Weil die Durchfälle in der Regel nach ein bis zwei Tagen von selbst wieder abklingen, sollte man zunächst einmal keine Medikamente nehmen. Wer kein Fieber und keine Bauchkrämpfe hat, sondern einfach häufiger auf die Toilette muss, kann auch einmal zu den gängigen Tabletten gegen Durchfallerkrankungen greifen, um beispielsweise eine anstehende Busfahrt zu überstehen. «Nehmen Sie eine, nehmen Sie vielleicht eine zweite, wenn sie nach einer Stunde immer noch nicht wirkt, aber nehmen Sie bitte nicht vier oder acht, wie es im Packungsprospekt steht, denn sonst sind sie verstopft und das kann dann mindestens so unangenehm werden wie ein leichter Durchfall», sagt Christoph Hatz vom Zentrum für Reisemedizin der Uni Zürich.