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Körper & Geist Parkinson – Krankheit mit vielen Gesichtern

In der Schweiz gibt es ca. 15'000 an Parkinson erkrankte Menschen. Betroffen sind Männer wie Frauen. Die meisten trifft es zwischen 60 und 70 Jahren; nur etwa vier Prozent sind jünger als 40.

Was viele nicht wissen: Häufig beginnt Parkinson mit einer Depression. Moderne Parkinson-Medikamente bessern zwar den Verlauf, aber genau diese Medikamente verursachen mit fortschreitender Zeit auch zunehmend Nebenwirkungen.

Ursache

Im Hirn befinden sich die sogenannten Basalganglien: Ein Netzwerk, das aus mehreren Nervenzellengruppen im Vorder-, Zwischen- und Mittelhirn besteht. Dieses Netzwerk ist zuständig für die Koordination der Bewegungen.

Zu den Basalganglien gehört auch die Substantia nigra, die «Schwarze Substanz». In den Nervenzellen der Schwarzen Substanz wird der Botenstoff Dopamin gebildet. Dopamin hilft bei der Übertragung von Signalen von einer Nervenzelle zur anderen. Bei der Parkinson-Krankheit sterben die Nervenzellen in der Schwarzen Substanz ab. Dadurch wird immer weniger Dopamin produziert. Folge: Die Steuerung der Bewegungen gerät durcheinander.

Weshalb es zur vorzeitigen Zerstörung der Zellen kommt, ist bis heute nicht geklärt. Bei nur einem Prozent der Parkinsonpatienten geht man von Vererbung aus.

Symptome

Jeder Betroffene hat seinen eigenen Parkinson, das heisst, Symptome und Verlauf der Krankheit können von Patient zu Patient sehr unterschiedlich sein: Zittern im Ruhezustand (Tremor), Versteifung der Muskulatur (Rigor), Verlangsamung der Bewegungen (Akinese), Gleichgewichtsstörungen. Daneben gibt es eine ganze Reihe anderer Symptome wie Depressionen, maskenhaft wirkender Gesichtsausdruck oder leiser werdende Stimme.

Noch immer wenig bekannt ist, dass fast die Hälfte aller Parkinsonerkrankten eine Depression entwickelt. Oft ist die Depression vorhanden, noch ehe die Krankheit durch deutliche Symptome sichtbar und vom Arzt diagnostiziert wird.

Die Depression wird durch die Zerstörung der Nervenzellen im Hirn ausgelöst: Weil zu wenig Dopamin poduziert wird, gerät das Gleichgewicht der Botenstoffe aus den Fugen.

Therapien

Heilen lässt sich Parkinson nicht. Durch entsprechende Medikamente, die das fehlende Dopamin ersetzen, kann die Krankheit aber hinausgezögert und die Lebensqualität verbessert werden. Hilfreich zudem ist: Stress möglichst vermeiden; sich nicht abschotten nach aussen, sondern Kontakte halten oder suchen; je nach Symptomen können auch Bewegungstherapien helfen.

Wenn die Medikamente nicht mehr wirken, kann, vor allem gegen das Zittern (Tremor) eine sogenannte Deep Brain Stimulation, DBS, vorgenommen werden. Bei dem operativen Eingriff wird eine Elektrode implantiert, die durch Stromimpulse betroffene Nervenzellen im Hirn stimuliert.

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