Reisedermatosen – unliebsame Mitbringsel aus den Tropen

Neben Sonnenbrand bringen Touristen oft weit schlimmere Haut-Souvenirs aus den Tropen zurück. Viele dieser Haut-Krankheiten werden durch Parasiten übertragen und lassen sich leicht vermeiden.

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Hautkrankheiten als Reisesouvenir

4:53 min, aus Puls vom 9.1.2006

Reiseandenken in Form von Hautproblemen sind häufig. Wegen anderer klimatischer Bedingungen, leichter Bekleidung und offenem Schuhwerk sind insbesondere Tropenreisende davon betroffen.

Der klassische Sonnenbrand ist dabei noch immer die häufigste Hauterscheinung. Vor allem während der ersten Urlaubstage sollte daher eine direkte Sonnenexposition gerade in den Mittagsstunden (12 bis 15 Uhr) wenn immer möglich vermieden werden.

Fuss mit schlängelnden Spuren unter der Haut.

Bildlegende: Typische Spuren einer Larva Migrans. SRF

Ebenfalls häufig sind bakterielle Infekte der Haut. Diese entstehen oft durch Insektenstiche, welche durch Kratzen und die vorhandene Mischflora superinfiziert (zusätzlich entzündet) werden.

Grosse «Feinde der Haut» sind in den Tropen auch Parasiten, die unangenehme, aber oft einfach behandelbare Epizoonosen (Hauterkrankungen durch Parasiten) auslösen können. Das ist beispielsweise beim Befall mit einer Larva migrans so, einem Parasiten, der im Volksmund auch «Hautmaulwurf» genannt wird.

Bei Larva migrans handelt es sich um die Larven von sogenannten Hakenwürmern. Die Larven dringen durch die Haut ein, wo sie Wochen bis Monate überleben können. Sie wandern (1cm pro Tag) unter der Haut und verursachen einen intensiven Juckreiz. Ein Hautausschlag zeichnet den schlängelnden Verlauf der Wanderung nach. Durch starkes Kratzen kann der Betroffene unter Umständen die sonst intakte Haut verletzten und bakteriellen Infektionen den Weg ebnen.

  • Übertragung: Die Larven, die sich im Kot befallener Hunde oder Katzen finden, verunreinigen Strände und Plätze mit feuchter Erde. Bei Kontakt mit der Haut des Menschen dringen die Larven ein.
  • Zeit bis zum Beginn der Symptome: Die Symptome beginnen meist sofort, nachdem die Larve die Haut durchdrungen hat, also bereits nach ein paar Stunden.
  • Diagnose: Die typischen schlangenförmigen Spuren an Füssen, Beinen oder am Gesäss sind leicht erkennbar. Charakteristisch ist auch der Juckreiz.
  • Behandlung: Die Erkrankung heilt nach Wochen (oder Monaten) von selbst, da der Mensch für die Larve einen Fehlwirt darstellt. Auf Grund des Juckreizes hat aber kaum jemand so viel Geduld. Es stehen sehr effektive Tabletten zur Verfügung, welche die Larven in kurzer Zeit abtöten.
  • Vorbeugung: Touristen gefährden sich durch Barfuss gehen oder direktes Sitzen oder Liegen im Sand oder auf dem Erdboden. Am Strand also Badetücher oder Matten verwenden und wenn möglich Plätze aussuchen, die von der Flut überspülten werden.

Die larva migrans ist nur eine von vielen Hauterkrankungen, die Touristen aus den Tropen nach Hause bringen. Ferien-Rückkehrer sollten den Arzt aufsuchen, wenn eine Wunde nicht abheilt oder wenn sie ein Hautausschlag mit Fieber haben. Unliebsame Reise-Andenken auf der Haut sind meistens gut behandelbar. Oft wären sie aber auch einfach zu vermeiden.