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Körper & Geist Volkskrankheit Nierenstein

Nierensteine können zwar extrem schmerzhafte Koliken auslösen, sind aber meistens gut behandelbar. Bei fachgerechter Therapie sind Komplikationen selten.

Legende: Video Fortschritte in der Nierenstein-Behandlung abspielen. Laufzeit 15:37 Minuten.
Aus Puls vom 25.01.2016.

97 Prozent der Nierensteine werden in den Nieren und Harnleitern gefunden, ihre Grösse variiert zwischen wenigen Millimetern bis zu mehreren Zentimetern. Noch 1970 waren Männer drei Mal häufiger betroffen als Frauen, doch heute leiden gleich viele Frauen wie Männer an Nierensteinen.

Bis heute sind die genauen Ursachen für die Bildung von Nierensteinen nicht vollständig geklärt. Neben erblicher Vorbelastung und systemischen Erkrankungen scheinen verschiedene Faktoren eine Rolle zu spielen: Ernährung, Trinkverhalten, Lebensgewohnheiten, aber auch Umwelt und Klima.

Behandlungsmethoden

Nierensteine müssen erst dann behandelt werden, wenn sie im Harnleiter hängen bleiben und deshalb Koliken verursachen. Grundsätzlich stehen drei Methoden zur Verfügung:

  • Mit 3893 Eingriffen an erster Stelle steht die Ureterorenoskopie (URS), mit der die Steine endoskopisch durch die Harnleiter entfernt werden. Meistens wird cirka drei Wochen vor dem Eingriff der Harnleiter mit einem Stent (auch Doppel-Y-Katheter oder Pig Tale genannt) geschient, damit der Urin trotzdem abfliessen kann und der Patient schmerzfrei ist. Zu grosse Steine werden während des Eingriffes im Harnleiter mit Laser zerkleinert.
  • Mit 1350 Behandlungen pro Jahr steht die Extracorporeal shock wave Lithotripsie (EWSL / «Nierensteinzertrümmerer») an zweiter Stelle der Behandlungsmethoden. Dabei werden die Steine mit Stosswellen von aussen zertrümmert.
  • Und schliessliche die Percutane Nephrolithotomie (PCNL ): Die Steine werden per Schnitt durch die Haut direkt aus der Niere herausoperiert. In der Schweiz wurde diese Operation 2014 256 Mal durchgeführt.

Vorbeugen durch richtige Ernährung

Die Rückfallquote für Nierensteine ist hoch: Die Hälfte der Betroffenen bekommt innerhalb von zehn Jahren erneut Nierensteine. Für sie wird eine Anpassung der Ernährung empfohlen, die aber jeweils individuell mit dem Arzt abgesprochen werden sollte, da Nierensteine unterschiedliche Zusammensetzungen haben können.

Wichtig ist vor allem, genug zu trinken, das heisst, zwei bis drei Liter Flüssigkeit pro Tag. Alkohol, Kaffee und Tee sollten dabei aber nur in Massen konsumiert werden. Empfohlen wird zudem unter anderem eine Salz- und fettarme Ernährung.

Bei erhöhtem Risiko für oxalsäurehaltige Steine (Oxalatsteine) sollte auf oxalsäurereiche Lebensmittel wie Kakao (Schokolade), Rhabarber, Rote Bete, Spinat, Spargel, schwarzen Tee und Nüsse verzichtet werden.

Auch purinreiche Lebensmittel (Innereien, manche Fischsorten wie Heringe, Makrelen, Sardellen etc.) gilt es zu meiden, da Purine zu Harnsäure abgebaut werden und damit die Bildung von Harnsäure-Steinen begünstigen.

Wie immer empfiehlt sich zudem der Konsum von Gemüse und Obst , da sie den Harn basischer machen und Substanzen enthalten, welche die Nierenstein-Bildung hemmen.

4 Kommentare

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  • Kommentar von Nicola Harrison, Nussbaumen
    Bei chronischem Fehlverhalten kann der Körper die permanenten Belastungen durch die Übersäuerung, nicht mehr kompensieren. In diesem Sinne treten viele Folgeerscheinungen fortschreitender, verfrühter Alterung von Haut und Haaren, Muskelschwund, Osteoporose, Nierensteine, Rückenschmerzen etc. bis hin zu Krebs, Diabetes, Alzheimer usw.
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  • Kommentar von Hans Knecht, Torny
    In Spanien und Portugal sind m.w. die Anbieter von Minerlwasser dazu verpflichtet den "Residou Seco" (Trockenrückstand) -Wert anzugeben. Gemäss dem Volchsmund bekommten man ab einem Wert von 200 mg und mehr mit hoher Wahrscheinlichkeit Nierensteine. Vielleicht sollten unsere Behörden dieses Wert auch als obligatorisch einführen. Des weiteren gibt es natürliche Mittel gegen Nierensteine, sowie einen bestimmten Tee der präventiv hilft. Schade, dass dies hier nicht erwähnt wird.
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  • Kommentar von Hans Knecht, Torny
    "Alkohol, Kaffee und Tee sollten dabei aber nur in Massen konsumiert werden." Das "in Massen" wird je nach Sprachregion unterschiedlich verstanden. Um Missverständisse zu vermeiden wäre sehr dienlich anstelle dessen "im Masse" zu schreiben. Danke.
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    1. Antwort von Gregor, Thurgau
      Tja, da haben wir in der Schweiz sicher etwas verloren, als wir das ß aus unserem Alphabet strichen. Wenn bei uns "in Massen" (eigentlich mit kurzem a ausgesprochen) geschrieben wird, ist vielfach "in Maßen" (also mit langen a) gemeint. Aber im Zusammenhang werden es die Meisten so oder so verstehen.
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