Warzen – Hässlich, aber harmlos

Warzen begleiten uns von der Wiege bis zur Bahre. Aber Warze ist aber nicht gleich Warze: Die unschönen Wucherungen haben viele Erscheinungsformen und sind auch unterschiedlich ansteckend. Mittel gegen sie gibt es viele, oft ist aber Abwarten die beste Lösung.

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Warzen lauern ein Leben lang

16 min, aus Puls vom 7.10.2013

Warzen sind Hornhautwucherungen, die durch Viren verursacht werden. In den meisten Fällen sind Humane Papilloma-Viren (HPV) der Auslöser für Warzen. Bis heute sind über 70 solcher Virustypen bekannt.

Unter die HPV-Warzen fallen unter anderem die Stachelwarzen, Dornwarzen, Flachwarzen und Feigwarzen. Letztere sitzen vor allem an den Genitalien und werden durch Schmierinfektion beim Geschlechtsverkehr übertragen. Dornwarzen entstehen typischerweise an den Fusssohlen. Durch den Druck, der beim Gehen auf ihnen lastet, wachsen sie in die Tiefe der Haut und verursachen dort oft starke Schmerzen.

Warzen treten häufiger bei Kindern und Jugendlichen auf. Vorzugsweise befallen sie schlechter durchblutete Hautpartien wie Handrücken und Finger, Knie oder Füsse. Die Dellwarze, die von Pockenviren verursacht wird, ist die typische Warze im Kleinkindalter. Die infektiöse Virenflüssigkeit steckt in den blasenähnlichen Hautausstülpungen und kann durch Aufkratzen verschleppt werden – an sich selbst oder auf andere Kinder. Ansonsten sind Warzen harmlos, können aber ästhetisch störend sein.

Alle Warzen werden durch direkten Kontakt mit den Warzenviren oder durch Hautschüppchen übertragen. Beim Schwitzen oder Schwimmen ist die Gefahr einer Übertragung grösser, da die Haut aufgeweicht und die schützende Hautbarriere angeschlagen ist und die Haut deshalb anfälliger ist. Personen mit sehr trockener, rauer Haut sind ebenfalls anfälliger für Warzen.

Warzen: Ein Geduldsspiel

In etwa 40 Prozent der Fälle heilen Warzen innerhalb von zwei Monaten selber wieder ab. Nach sechs Monaten haben sich bei 53 Prozent der Patienten die Warzen zurückgebildet, nach zwei Jahren bei 65 Prozent.

Dringen Warzenviren in die Haut ein, befallen sie Hautzellen, die sich rasch vermehren. Die befallenen Hautzellen verhornen, es entsteht ein hartes Knötchen, das sich über die Hautoberfläche wölbt. Warzenviren werden vom körpereigenen Abwehrsystem häufig nicht erkannt, weil die zuständigen Abwehrzellen in einer tiefer liegenden Hautschicht sind.

Zum Arzt sollte man, wenn Warzen Schmerzen bereiten, wenn sie sich explosionsartig vermehren oder wenn sie kosmetisch sehr stören. Die Medizin kennt bis heute aber keine allgemein hundertprozentig wirksame Therapie. Wohl deshalb gibt es eine Vielzahl von Behandlungsmethoden und Hausrezepten. Geduld und das Motto «Trial and Error» sind die besten Ratgeber. Denn was einem hilft, kann beim anderen versagen.

«Alterswarzen» sind keine Warzen

Sie ist das Markenzeichen jeder Hexe: die Alterswarze auf der Nase. Im Mittelalter war der Glaube verbreitet, dass Hexen über solche Warzen böse Geister oder gar den Teufel selbst mit ihrem Blut nähren. Tatsächlich sind Alterswarzen – im Fachjargon als «seborrhoische Keratose» bezeichnet – in den allermeisten Fällen gutartige Hautwucherungen spezieller Hautzellen. Im Gegensatz zu anderen Warzen liegt der Alterswarze keine Viruserkrankung zugrunde, Alterswarzen sind deshalb nicht ansteckend.

Sowohl Frauen wie auch Männer haben Alterswarzen. Mit zunehmendem Lebensalter sind fast alle Menschen betroffen. Häufig sind sie im Gesicht, am Oberkörper und an Armen und Handrücken. Genetische Faktoren oder Licht- und UV-Strahlung könnten bei der Entstehung eine Rolle spielen, bewiesen ist das aber noch nicht. Da Alterswarzen meist breit und kugelig auf der Haut aufsitzen, kann man sie oft problemlos mit einem scharfen Löffel entfernen. Alterswarzen lassen sich aber auch vereisen oder mit dem Laser entfernen.

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