Was ein Haarschnitt wirklich bringt

Wachsen Haare wirklich besser und kräftiger nach, wenn sie häufig geschnitten werden? Die «Mailbox» auf der Spur eines verbreiteten Mythos.

Coiffeuse schneidet mit einer Schere Haarspitzen ab.

Bildlegende: Das Schneiden der Spitzen schützt das Haar vor übermässiger Abnützung durch Spliss. imago

Die Antwort des Coiffeurs ist klar: nein. Weder werden sie dicker, noch wachsen sie schneller. Aber regelmässiges Schneiden macht die Haare gesünder und lässt sie besser aussehen.

Ein normales Har hat einen Durchmesser von 0,05 bis 0,07 Millimeter und wächst pro Monat plus/minus einen Zentimeter. Die Lebensdauer eines Kopfhaars liegt bei zwei bis sechs Jahren und je älter man wird, desto lichter wird die Haarpracht im Allgemeinen.

Auf all dies hat ein Haarschnitt keinen Einfluss. Dass wir dennoch das Gefühl haben, dass sich unser Haar danach anders anfühlt, hat einen einleuchtenden Grund: Luft, Sonne, Waschen und Bürsten nützen das Haar laufend ab und schädigen es je länger desto mehr. Es franst an den Spitzen aus und wird dünner, Haarspliss setzt ein. Werden diese alten, kaputten Teile regelmässig entfernt, besteht unsere Frisur wieder vorwiegend aus jüngeren Haarteilen – denen die Umwelt aber unweigerlich zusetzen wird. In zwei bis drei Monaten sind die Spitzen wieder fällig.

Die ebenso verbreitete wie falsche Annahme, dass Haare nach einer Komplettrasur kräftiger nachwachsen, ist übrigens einfach erklärt: Die frisch durch die Kopfhaut stossenden Stoppeln sind noch kein bisschen abgenützt. Das fühlt sich beim Darüberstreichen entsprechend vitaler an.