Zika-Virus – «Für uns hier ändert sich nicht viel»

Das Zika-Virus verbreitet sich immer weiter. 24 Länder sind inzwischen betroffen. Die WHO hat den globalen Notstand ausgerufen. Was das für Schweizer Bürger bedeutet, sagt «Puls»-Arzt Thomas Kissling.

Seitdem sich das Zika-Virus immer weiter ausbreitet, wächst auch die diffuse Angst vor ihm. Sie ist aber für Schweizer weitgehend unbegründet, erklärt «Puls»-Arzt Thomas Kissling.

Radio SRF1: Was heisst das für uns in der Schweiz, wenn das Zika-Virus nun die Runde macht?

Thomas Kissling: Für uns hier ändert sich nicht viel – ausser für die vielleicht, die eine Reise in betroffene Länder geplant haben. Und selbst hier ist momentan die Empfehlung, dass sich vor allem die schwangeren Frauen sehr gut überlegen sollten, ob sie in die betroffenen Länder reisen wollen oder nicht. Alle anderen können ihre Reise nach offiziellen Empfehlungen immer noch machen.

Wie gefährlich ist die Situation derzeit?

Für die Menschen vor Ort und die Betroffenen ist sie natürlich wirklich schlimm, besonders für die Frauen, die Kinder mit Mikroenzephalie auf die Welt gebracht haben. Aber an und für sich ist die Infektion für gesunde Erwachsene nicht sehr gefährlich, für die meisten, also über 80 Prozent, verläuft sie sehr sehr harmlos, etwa so wie Grippe.

Nur in wenigen Fällen kommt es zu schweren Komplikationen. Weil jetzt aber so viele Menschen davon betroffen sind, ergeben auch die wenigen Fälle dann eine sehr grosse Anzahl, die jetzt so bedrohlich wirkt.

Was muss ich als Einzelner beachten, wenn ich aus einem solchen Gebiet zurückkomme?

Wenn ich aus einem solchen Gebiet zurückkomme und innerhalb der nächsten drei Wochen Fieber entwickle oder einen Hautausschlag bekomme, dann ist es sinnvoll, zum Arzt zu gehen. Aber allzu grosse Sorgen muss man sich nicht machen.