Kunsttherapie: Ressourcen aktivieren

Reise durch die Alternativmedizin (1) – Kunsttherapie ist vielseitig und umfasst Fachrichtungen, in denen mit künstlerischen Medien gearbeitet wird. Ziel ist es, die schöpferischen Ressourcen zu aktivieren und so Selbstheilungskräfte freizusetzen.

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Reise durch die Alternativmedizin (1)

4:08 min, aus Puls vom 8.2.2016

Die Kunsttherapie ist ein Überbegriff und umfasst alle mit künstlerischen Medien arbeitenden Fachrichtungen wie:

  • Bewegungs- und Tanztherapie
  • Drama- und Sprachtherapie
  • Gestaltungs- und Maltherapie
  • Intermediale Therapie
  • Musiktherapie

Ziel ist es, in jedem Menschen die vorhandenen, schöpferischen Ressourcen zu aktivieren und so Selbstheilungskräfte freizusetzen.

Sie reguliert Prozesse der leiblichen, seelischen und geistigen Gesundheit (Salutogenese). Bewegung, Form, Farbe, Klang oder Sprache regen den Patienten an, sich aktiv am Heilungsprozess zu beteiligen. Welche der Kunsttherapien zur Behandlung ausgewählt wird, hängt von den Beschwerden, Bedürfnissen und Fähigkeiten des einzelnen Patienten ab.

Bewegungs- und Tanztherapie

Die Auseinandersetzung im und mit dem physischen, emotionalen und subtilen Körper sind zentrale Bestandteile der Tanz- und Bewegungstherapie. Neue Möglichkeiten, diese Körper in einem erweiterten Bewegungsumfang, in einer immer präziseren Wahrnehmung der Eigenheiten, in Improvisation und Gestaltung zu erfahren, werden geschaffen. Dadurch wird der direkte präverbale, nonverbale und verbale Ausdruck und die Kommunikation mit der Umwelt gefördert. Dies ermöglicht einen erfahrungsorientierten, sinnlichen Umgang mit Problemen und Krankheiten und die eigene Handlungsfähigkeit und Kreativität wird gefördert. Tanz- und Bewegungstherapie führt in eine gesunde Dynamik zurück.

Drama- und Sprachtherapie

Die therapeutische Arbeit mit Sprache und Drama wendet gezielt sprachliche, gestische, dramatische und gestalterische Mittel für therapeutische Zwecke an. Spielend und durch Sprache wird eine imaginative Wirklichkeit gestaltet, exploriert, sinnlich erfahrbar gemacht und in einem künstlerisch-therapeutischen Prozess erweitert und verwandelt.

Die Sprach- und Dramatherapie fördert das Interesse für die Innen- und Aussenwelt, die Selbstreflexion und kreative Lösungsstrategien, und exploriert den eigenen künstlerisch-therapeutischen Prozess im sprachlich-gestischen Bereich. Erreichte Veränderungen erstrecken sich auch auf die Rekonstitution einer gesunden Selbstregulation von Haltung, Atmung, Stimme und Artikulation. Diese Form wird zum Beispiel bei Asthma oder Bluthochdruck angewandt.

Gestaltungs- und Maltherapie

Bei der Maltherapie handelt es sich um eine Form der Kunsttherapie, in der das Malen des Patienten diagnostisch und therapeutisch genutzt wird.

Aus der Form- und Farbgebung eines Bildes oder eines anderen Kunstwerks können unbewusste Bedürfnisse sowie Konflikte des Malenden abgeleitet werden. Durch die Betrachtung des Bildes und seiner Symbolik können innere Zusammenhänge erkannt werden, deren Wahrnehmung das Finden von kreativen Lösungen erleichtert. Darüber hinaus eröffnet das Malen neue Ausdrucksmöglichkeiten, trainiert das bildhafte Gedächtnis und fördert Konzentration, Ausdauer und Kreativität. Auf diese Weise übt die eigene schöpferische Tätigkeit einen heilenden Einfluss auf den Patienten aus.

Durch den Prozess des Malens werden Stimmungen und Gefühle vermittelt, der Patient lernt, seiner Krankheit auf kreative Weise zu begegnen, sie wahrzunehmen und letztlich schöpferisch unter Anleitung eines Therapeuten darauf Einfluss zu nehmen.

Intermediale Kunsttherapie

Die Intermediale Therapie setzt die verschiedenen Sprachen der Künste (Bild, Musik, Bewegung, szenisches Spiel, dreidimensonales Gestalten, Performance, neue Medien) ein, um Menschen in Krisensituationen, Prävention, Rehabilitation und Gesundheitsförderung zu begleiten und zu unterstützen. Die vielfältige Wahrnehmung über die Sinne eröffnet eine Vielfalt von Ressourcen und Lösungsansätzen. Zentraler Bestandteil dieser Fachrichtung ist das Angebot verschiedener künstlerischer Medien, deren Kombination und Verknüpfung, wodurch Breite und Tiefe erreicht wird

Musiktherapie

Musik bewegt, weckt Gefühle und kann diese zum Ausdruck bringen, sie öffnet die Tür zum Innersten des Menschen. Musik entsteht durch stetigen Wechsel und hat dadurch ein besonderes Verhältnis zur Entwicklung, zum Werden. Durch die spielerischen Erfahrungen an Instrumenten, an der eigenen Stimme und im Umgang mit den musikalischen Elementen Melodie, Harmonie, Rhythmus wird ein therapeutisch-kreativer Prozess in Gang gebracht, welcher körperlich, seelisch und geistig stabilisierend, aufbauend und heilend wirkt. Über die Musik entsteht ein sinnlicher Dialog zwischen Musiktherapeutin und Klientin, aber auch zwischen Teilnehmenden in einer Gruppe.

Die Musiktherapie beispielsweise wird vor allem bei Störungen im Bereich des Astralleibs und des Ich-Wesens eingesetzt. Gezielte Übungen an einfach zu spielenden Instrumenten regen zusammen mit der eigenen Singstimme körperliche und seelische Prozesse an. Selbstheilungskräfte werden somit aktiviert, das Gleichgewicht im Köper wird wieder hergestellt.

Musik ermöglicht es dem Patienten, sich auf non-verbaler Ebene auszudrücken, zu kommunizieren, zu erleben und experimentell zu handeln. Dabei wird vor allem der Zugang zum Gefühlsbereich des Menschen gefördert, was „unsagbare“ oder verdrängte Inhalte zugänglich machen kann. Instrumente in die Hand zu nehmen und mit ihnen Klänge und Melodien zu produzieren, kann tief verborgene Gefühle anrühren.

Darüber hinaus fördert die Musiktherapie die Konzentrationsfähigkeit und die Entspannung und ermöglicht es, Aggressionen auf positive Weise auszuleben. Somit kann Musik Spannungen in Körper und Seele lösen und die Selbstheilung wiederbeleben.

(Methodenbeschriebe: EMR und VBK)

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