Altern mit weniger Falten

Antifalten-Cremes können einen gewissen positiven Einfluss auf die Falten haben, wenn man sie konsequent anwendet – Wunder bewirken sie keine. Der einfache Tipp, um Falten aktiv vorzubeugen: Sonnencreme benutzen.

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Falten - was hilft gegen die Zeichen der Hautalterung?

18 min, aus Puls vom 29.2.2016

Antifalten-Cremes finden sich früher oder später in fast jedem Badezimmer, bei manchen schon ab Mitte 20. Denn bereits dann speichert die Haut weniger Flüssigkeit in den Zellen und produziert weniger Fett in den Talgdrüsen. Die Haut verliert nach und nach immer mehr Kollagen und Hyaluronsäure – und wird zunehmend weniger elastisch.

UVA lässt altern, UVB verbrennt

Wie stark und schnell die Haut altert, hängt von inneren und äusseren Faktoren ab. Auf die inneren Faktoren, die Gene, lässt sich leider kein Einfluss nehmen. Anders sieht es bei den äusseren Faktoren aus.

Eine Schlüsselrolle für die HautAlterung spielt das UV-Licht – vor allem das UVA-Licht. Dieses dringt in die tiefer liegende Lederhaut ein, baut dort die Proteine Kollagen und Elastin ab und beschleunigt die Entwicklung von freien Radikalen. Von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang bombardieren UVA-Strahlen unsere Haut – praktisch unabhängig von Wetter, Tageszeit und Entfernung vom Äquator.

UVA-Licht passiert sogar zu 75 Prozent die meisten Fensterscheiben, trifft also auch bei langen Autofahrten durch die Autoscheiben auf die Haut. «Ein guter UVA-Schutz sollte jeden Tag getragen werden, das ist die beste Vorsorge gegen Hautalterung», so die Dermatologin und Leiterin der Ästhetischen Sprechstunde Laurence Imhof vom Universitätsspital Zürich.

Es gibt dazu interessante Beobachtungen bei Lastwagenfahrern oder Büroangestellten, die immer eine Gesichtshälfte der Fensterscheibe und damit dem Tageslicht zugewandt hatten. Hierbei alterte die dem Fenster zugewandte Gesichtshälfte viel schneller als die gegenüberliegende.

Im Sommer oder bei längerem Aufenthalt im Freien ist ein stärkerer Sonnenschutz sinnvoll, der vor allem auch vor den UVB-Strahlen schützt. UVB ist für den SonnenBrand verantwortlich, ebenso für die Hautbräunung, und spielt eine Schlüsselrolle bei der Entwicklung von Hautkrebs.

Neben der Sonnenbelastung hat auch der Lebensstil grossen Einfluss auf die Hautalterung. Ungesunde Ernährung, Stress, zu wenig Schlaf, Alkohol- und Nikotingenuss setzen der Haut zu.

Wirkstoffe, die den Falten an den «Kragen» wollen

Stören die ersten Falten, kommen häufig Anti-Aging- und Antifalten-Cremes zum Einsatz. Verschiedenste Wirkstoffe sollen das Rad der Zeit anhalten oder gar zurückdrehen.

So spielt Vitamin-A-Säure bereits seit längerem eine Rolle in der Dermatologie. Sie gilt seit den 1980ern als wirkungsvolles Medikament gegen Akne. Inzwischen stellte sich heraus, dass sie auch Falten glätten kann: Sie hemmt die Aktivität von Abbau-Enzymen, stimuliert den Aufbau des Hautgerüststoffes Kollagen und schützt vor schädlichen UV-Strahlen. Doch die Säure brennt und kann für heftige Hautirritationen sorgen. Darum ist sie in den frei verkäuflichen Produkten, in Kosmetika oder Cosmeceuticals nur als Derivat (Abkömmling) von Vitamin A vorhanden.

Cosmeceuticals sind kosmetische Produkte mit biologisch aktiven Inhaltsstoffen, die eine Medikamenten-ähnliche Wirkung versprechen, dafür aber nicht den gleichen Nachweis erbringen müssen.

Ein Medikament gegen Falten gibt es nicht, denn Falten gelten nicht als Krankheit. Allerdings gibt es Medikamente auf dem Markt, die als «Nebeneffekt» noch Falten glätten. Ein wenig das Gesetz umgehen kann der Arzt, wenn er ein Magistralrezeptur herausgibt. Dann gilt das Medikament nur für die eine Person, wird extra zusammengemischt.

Was die Wirkstoffe bewirken

Vitamin A und RetinoideStudien belegen, dass Vitamin-A-Säuren das Hautbild verbessern sowie Falten, unregelmässige Pigmentierung und fahle Haut vermindern. Produkte mit Vitamin-A-Säuren sind verschreibungspflichtig. Schwächere Vitamin-A-Derivate wie Retinol, Retinaldehyd und Retinylpalmitat sind in frei verkäuflichen Produkten erlaubt. Bisherige Studien sind erfolgversprechend, doch wurden bisher kaum grosse klinische Doppelblindstudien durchgeführt.

Vitamin B 3 (Niacinamid)

Die Wirkung von Vitamin B 3 ist erst wenig untersucht. Eine kleine Zahl von Studien hat aber ergeben, dass Vitamin B 3 feine Falten und Hautverfärbungen vermindert.

Vitamin C (Ascorbinsäure)

Vitamin C gehört zu den gut untersuchten Substanzen. Mehrere Studien zeigen: Vitamin C verbessert die Oberflächentextur, macht die Haut glatter, den Teint frischer und wirkt feinen Falten entgegen.

Vitamin E

Die Wirkung von Vitamin E als Antioxidans konnte lediglich in In-vitro-Versuchen nachgewiesen werden.

Coenzym Q-10 (Ubichinon)

Die Menge von Q-10 in der Haut nimmt mit zunehmendem Alter ab. Studien haben jedoch gezeigt, dass eine oberflächliche Anwendung von Q-10 den Gehalt des Coenzyms in der Haut nicht zu erhöhen vermag.

Alpha-Hydroxysäuren (AHA)

Alpha-Hydroxysäuren finden sich in Anti-Aging-Produkten unter anderem in Form von Glycolsäure, Milchsäure, Apfelsäure, Zitronensäure oder Weinsäure. Klinische Studien haben einen positiven Effekt gegen lichtbedingte Hautalterung nachgewiesen.

Pflanzliche Polyphenole

Polyphenole schützen Pflanzen vor Oxidation, UV-Strahlung und Schädlingen. Eine Vielfalt von Extrakten, etwa aus Ginkgo, Traubenkernen, Grüntee, Apfel oder Kakao, werden in Anti-Aging-Produkten eingesetzt, doch der Stand der Forschung liess bisher kein eindeutiges Urteil über ihre Wirksamkeit zu.

Palmitoyl-Pentapeptid (Pal-KTTS)Mehrere Untersuchungen, darunter Doppelblindstudien am Menschen, weisen darauf hin, dass Pal-KTTS Falten im Gesicht reduziert.

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