Bärte sind besser als ihr Ruf

Ein Bart kann gesundheitliche Vorteile bringen. Forscher haben nämlich entdeckt, dass Bartträger weniger Bakterien am Kinn haben als ihre rasierten Kollegen. Dafür verantwortlich soll ein antibakteriell wirkender Stoff sein.

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Hygienische Bärte

0:32 min, aus Puls vom 15.2.2016

Vollbärte sind im Moment sehr beliebt und modisch angesagt, doch schon oft wurde behauptet, dass Bärte voller Dreck und Bakterien stecken. Erst kürzlich machte gar der «Horrorbart» die Runde.

Bei genauerem Hinsehen fällt jedoch auf: Die sogenannte Studie ist nicht weiter als eine Mini-Stichprobe des US-Senders KOAT Action 7 News aus Albuquerque im US-Bundesstaat New Mexico. Mit einer ernsthaften klinischen Studie hat das nichts zu tun.

Eine neue Studie mit 408 Probanden kommt zudem zu einem ganz anderen Schluss: Probanden mit rasierter Haut trugen sogar drei Mal häufiger schädliche Bakterien auf ihren Gesichtern, als ihre bärtigen Kollegen. Dieses Ergebnis veröffentlichten sie in der Fachzeitschrift «Journal of Hospital Infection».

Die Erklärung der Studie, warum weniger Bakterien bei den Bartträgern gefunden wurden: Wenn wir uns rasieren, können Mikrotraumen auf der Haut entstehen. Diese können zu Schürfwunden führen, welche eine bakterielle Besiedlung unterstützen, sagen die Forscher.

Antibiotika aus Bärten?

Manche Wissenschaftler vermuten jetzt sogar, dass Bärte in der Lage sind, Infektionen zu bekämpfen. Die Bärte von unzähligen Menschen wurden abgetupft und die Proben dann zur Analyse an Dr. Adam Roberts vom University College London geschickt. Der Mediziner züchtete mehr als einhundert verschiedene Bakterien aus den Bart-Proben. Dabei musste er feststellen, dass in einigen der Petrischalen etwas heranwuchs, das die anderen Bakterien abtötete.

Der Stoff hatte eindeutig antibiotische Eigenschaften, erklärt Dr. Roberts. Der Mediziner meint, dass es möglicherweise Antikörper in Bärten gibt, die Infektionen bekämpfen können. Er hat sogar die Hoffnung, mit dieser Erkenntnis ein neues Antibiotikum zu finden.

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